Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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Alkohol auf Rezept

Und dann war da noch die Patientin und ihre erhöhten Leberwerte, die in der Laborkontrolle vor Ostern festgestellt wurden.
Da über Ostern die eigentlich auf den orthopädischen Stationen eingesetzten Internisten, die sich um die alltägliche Stationsarbeit kümmern und sowieso mehr Ahnung mitbringen, was Versorgung von Bluthochdruck, Zuckereinstellung, Nierenproblemen etc anbelangt, allesamt in Urlaub waren und die Stationen nur durch den diensthabenden Orthopäden versorgt wurden, interpretiert dieser die erhöhten Werte als Zeichen einer Alkoholabhängigkeit (kann ja mal sein, dass dadurch die Leber in die Knie geht und die Werte sich erhöhen) und erlaubt (sozusagen medizinisch indiziert und auf Rezept) die Gabe von Alkohol. Will ja niemand einen Zwangsentzug der Patientin aufdrängen.
Da hat sich die Patientin sicherlich gefreut über Ostern ein wenig Wein und Spirituosen nach Lust und Laune zum Essen auf Klinikkosten genießen zu dürfen!

Bis dann die neue Woche begann, Ostern vorüber war und die Internisten aus dem wohl verdienten Urlaub zurückkamen. Die ersten Amtshandlungen waren in den Kurven die Anordnungen zu korrigieren, die die Orthopäden nichts ahnend (oder nichts (sic!) wissend?) über Ostern aufgeschrieben hatten.

Und siehe da, die Patientin ist gar nicht Alkoholikerin, sondern hat eine Leberzirrhose durch eine frühere Infektion mit Hepatitis-Viren und befindet sich aktuell auf der Warteliste für eine Lebertransplantation. Prost.

Orthopäden! There’s a fracture….

Orthopaedix