Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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Gastartikel: Stellensuche für Jungärzte (Teil 1)

Von Zeit zu Zeit veröffentlichen wir hier Gastbeiträge von Kollegen und Kolleginnen, die ihre Erfahrungen mit euch und uns teilen möchten. Heute hat uns @pescum einen Beitrag geschrieben, der die Stellensuche für Jungärzte (frische Absolventen und solche, die erst neu im Arbeitsleben stehen) erleichtern soll. Viel Spaß beim Lesen!

Die folgenden Empfehlungen beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen während der Stellensuche als Assistenzarzt in der Innere Medizin. Leider musste ich zunächst sehr schlechte Erfahrungen machen und möchte das Gelernte deshalb an andere weiter geben. Deshalb habe ich einfach mal aufgeschrieben, was ich für wichtig halte. Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Kritik und Ergänzungen gerne in den Kommentaren.

Allgemein ist die Stellensituation für Ärzte in Deutschland traumhaft. Praktisch jede Klinik hat unbesetzte Stellen oder es werden in überschaubarer Zeit welche frei. Das variiert natürlich je nach Fach ein wenig, in den großen Fachgebieten findet sich jedoch immer etwas. Also keine Panik, Du wirst nach dem Medizinstudium nicht arbeitslos. Kliniken reissen sich oft um die wenigen Bewerber. Auf der anderen Seite bedeuten unbesetzte Stellen auch mehr Arbeit und Dienste für alle Kollegen. So ein Arbeitsverhältnis hält manchmal länger als eine Beziehung und man verbringt mit seinen Kollegen mehr Zeit. Also sollte man es auch entsprechend sorgfältig auswählen.

Wie finde ich die richtige Klinik?
Kliniken, die man schon aus Famulatur oder PJ kennt, sind für den Einstieg sicher keine schlechte Wahl. Die Gelegenheit für so einen langen Zeitraum hinein zu schnuppern hat man in der Regel später nicht mehr. Du weißt, dass Du Dich mit den Kollegen verstehst und wie die Arbeitsabläufe organisiert sind. Auch Chefs stellen Dich deshalb gern ein. Außerdem verkürzt sich die Einarbeitungszeit. Es macht sich gut, wenn man beim Abschiedskuchen gleich seine Bewerbung abgibt.

Informationen auf PJ (1)-, Famulatur (2)- und Weiterbildungsbewertungsseiten (3), in Medizinerforen (4) und vor allem von Bekannten, die in dieser Klinik arbeiten, geben schon mal einen ersten Eindruck über die Stimmung. Wäre natürlich schön, wenn auch Du Deine Erfahrungen dort eintragen würdest.
Leider scheinen Mediziner sehr internetphob zu sein. Seit einigen Jahren evaluieren Weiterbildungsassistenten ihre Lern- und Arbeitsbedingungen auch über die Ärztekammern (5). Den publizierten Spinnendiagrammen konnte ich allerdings (trotz einer Eins in Biometrie und Statistik 😉 nichts wirklich Hilfreiches entnehmen.

Erstmal im Beruf, hat man nur noch wenig Kontakt zu Ärzten aus anderen Kliniken. Der Stellenmarkt scheint hier vor allem über persönlichen Kontakt auf Fortbildungen abzulaufen. Auch rufen auf dem Diensttelefon hin und wieder mal Headhunter an. Das Deutsche Ärzteblatt und die Landesärzteblätter bestehen zu gut der Hälfte aus Stellenanzeigen.

Mag sein, dass hier auch der ein oder andere Glückstreffer dabei ist. Nach meiner Erfahrung sind aber in der Medizin Initiativbewerbungen immer noch die Regel und nur die ganz Verzweifelten schalten gedruckte Stellenanzeigen. Soweit ich es erlebt habe, sind Stellenanzeigen auf Internetseiten der Kliniken in der Regel veraltet. Sie liegen schon seit Monaten oder Jahren dort rum und keiner pflegt die Seite. Sowohl bei großen Häusern der Maximalversorgung mit eigener Personalabteilung wie bei kleinen Landkrankenhäusern. Das spricht ja auch schon etwas über die Organisation der Klinik 😉

Wie bereits erwähnt, ist in der Medizin immer noch die Initiativbewerbung üblich. Das hat den Vorteil, dass Du Dir einige Kliniken raus suchen kannst, welche für Dich in Frage kommen. Dort bewirbst Du Dich einfach mal. Online ging bei mir genauso gut wie per traditioneller Papierbewerbung.

Nach einigen Tagen bis Wochen melden sie sich dann. Entweder ruft Dich – in der Regel am Nachmittag – der Chef persönlich an, um einen ersten Eindruck von Dir zu bekommen und lädt Dich gleich zum Vorstellungsgespräch ein. Hier kannst Du nach No Gos fragen, mit denen die Stelle für Dich gar nicht in Frage kommt oder ihm wichtige Haken mitteilen, die er unbedingt über Dich wissen sollte. So lässt sich eine vergebliche Anreise verhindern. Oder die Sekretärin ruft Dich an und vereinbart einen Vorstellungstermin.

Worauf du dann achten solltest, verrät dir Pescum im zweiten Teil!

1 https://www.famulatur-ranking.de
2 https://www.pj-ranking.de
3 http://www.wbranking.de, http://www.bdi.de/junges-forum/weiterbildungsbewertung.html
4 http://www.medi-learn.de/foren
5 http://www.evaluation-weiterbildung.de/