Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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Poesie der Blutabnahmen

Ich betrete das Zimmer.

Mein Tablett in der Hand, bestückt und bereit.
Die Röhrchen mit dem Patientennamen.

„Der Vampir ist da, ich brauche Blut!“
Ein Stöhnen im Zimmer.
„Bekommen Sie!“ – im optimalen Fall.
„Schon wieder?“ – geht noch.
Vampire sind nicht gerne gesehen.

„Da werden Sie keine Freude haben.“
Welch Begrüßung.
Die Fronten schnell geklärt.

Die Venen sind schlecht.
Praktisch nicht vorhanden.
Versteckt.
Freude.

Stauschlauch um den Arm.
Suche.
Verzweifeln.
Es aber nicht zeigen dürfen.
Kompetenz und so.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer.
In der Ellenbeuge.
Oder?
Unsicher.

Desinfektion. Wegwischen.
Nadel auspacken.
Pieksen.

Und beim Zustechen schon wissen, dass es erfolglos sein wird.
Ich spüre es.
Man entwickelt Routine und Gefühl.
Ich merke, dass keine Vene vorhanden ist.
Die Kanüle bleibt blutleer.

Die Chance ist vertan.
Tupfer drauf.
Pflaster.
Diese Ecke vertan.
Neue Suche.

Neuer Patient.
Neue Röhrchen.
Neue Nadel.

Neues Spiel.

Es geht Immer weiter.
Röhrchen sterben nie aus.

– Orthopaedix