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Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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Arzneimittel der Woche VI: Ritalin

Methylphenidat
Ritalin, Medikinet

Anwendungsgebiet

Methylphenidat wird zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (AD(H)S) bei Kindern ab einem Alter von 6 Jahren angewandt (Genaueres zum Krankheitsbild folgt in einer Woche als Krankheit der Woche). Außerdem findet es Anwendung bei der Behandlung der Narkolepsie (Schlummersucht) und zur Unterstützung der Therapie bei schweren Depressionen.

Unter Schülern und Studenten ist die missbräuchliche Einnahme zur Leistungssteigerung und Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, insbesondere in Lernphasen vor größeren Prüfungen, bekannt.

Wirkung & Mechanismus

Methylphenidat ist – entgegen der landläufigen Meinung – kein „dämpfendes“ Medikament, das die Kinder ruhig stellt. Vielmehr hat es stimulierende Wirkung und ähnelt Amphetaminen, wie sie u.a. auch in Form moderner Drogen missbraucht werden.

Der Arzneistoff wirkt anregend, aufregend und unterstützt kurzzeitig die körperliche Leistungsfähigkeit. Methylphenidat hemmt Müdigkeit, Appetit und Erschöpfungsgefühle (siehe auch Missbrauch zur Steigerung des Lernens).

Die beschriebenen Wirkungen werden durch die Hemmung eines Transporters für Botenstoffe (Dopamin und Noradrenalin) im Gehirn bewirkt. Wie beim Wirkstoff „Sertralin“ beschrieben, hemmt auch Methylphenidat die Wiederaufnahme der Botenstoffe in die Nervenzelle und erhöht somit deren Konzentration im sog. synaptischen Spalt zwischen zwei Nervenzellen. Durch die erhöhte Konzentration wird das vegetative Nervensystem (bestehend aus Sympathikus und Parasympathikus und zuständig für unterbewusst ablaufende Prozesse aus früheren Zeiten wie z.B. Flucht, Schwitzen, Sexualtrieb…) vermehrt stimuliert und der Sympathikotonus (der klassischerweise für Flucht, vermehrte Konzentration und Aufmerksamkeit, Unterdrückung von Schmerzen und Müdigkeit … zuständig ist) erhöht.

Nebenwirkungen

Methylphenidat kann zu einer reversiblen Verlangsamung des Längenwachstums und reduzierter Gewichtszunahme führen, die sich nach Absetzen der Therapie in den meisten Fällen bald wieder normalisieren. Durch Steigerung des erwähnten Sympathikotonus wird sowohl der Appetit vermindert (unsere Vorfahren mussten vor dem Säbelzahntiger fliehen und nicht Hunger bekommen) als auch Spannung und Schlaflosigkeit erzeugt (auf der Flucht sollte man besser nicht einschlafen). Sehr häufig kommt es zudem zu Verdauungsproblemen, Übelkeit, Mundtrockenheit  und  übermäßigem Schwitzen (bei Lampenfieber hat jeder schon einmal die Erfahrung eines trockenen Mundes, leichter Übelkeit, feuchten Händen und Magenverstimmung erlebt – alles Ursache des gesteigerten Sympathikus (der so gar nicht sympathisch scheint)). Außerdem führt der Stoff zu schnellerem Puls, erhöhtem Blutdruck und verminderter Libido (ich wiederhole mich, aber auf der Flucht… ihr wisst schon).

Zu erwähnen ist, dass Methylphenidat auch dämpfende Wirkung haben kann (in ca. 1:100 bis 1:10 Fällen), ebenso wie Verstopfung (auf der Flucht sollte man früher nicht auf Toilette müssen) und Kopfschmerzen hervorrufen kann.

Das weitere Spektrum der Nebenwirkungen ist breit und reicht in den seltensten Fällen (<1:10.000) sogar zu Halluzinationen, Psychosen und Depressionen.

Bei Überdosierung führt Methylphenidat zu Schwindel, Herzrasen, Schlafstörung, erhöhter Wachheit. Da die Wirkung nicht lange anhält, benötigt man oftmals keine Therapie der Überdosis. In starker Überdosierung drohen Herzrhythmusstörungen, Krämpfe und Koma – hier ist eine ärztliche Therapie dringend nötig!

Gegenanzeigen

Bei Schwangeren wurde das Medikament nicht getestet, sodass es während der Schwangerschaft nur bei unbedingt nötiger Indikation gegeben werden sollte.

Methylphenidat sollte nicht mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmern) kombiniert werden, da sich die beiden Wirkstoffe in ihrer stimulierenden Wirkung auf das Herz addieren und zu Blutdruckkrisen führen können. Durch die blutdrucksteigernde Wirkung wird die Wirkung von Blutdrucksenkern herabgesetzt. Bei gleichzeitiger Gabe von Marcumar, Antiepileptika und Antidepressiva muss die Dosis angepasst werden, da sich diese Wirkstoffe in ihrer Wirkung negativ beeinflussen.

Während der Einnahme von Methylphenidat sollte auf den Konsum von Alkohol verzichtet werden, da durch Alkohol die Konzentration des Botenstoffs Dopamin im Gehirn zusätzlich gesteigert wird sowie der Abbau des Alkohols durch Methylphenidat gehemmt ist.

 

Musik

Zu Risiken und Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage, oder tragen Sie Ihren Arzt zum Apotheker. Diese Information ersetzt keinen Arztbesuch und erhebt keinen Anspruch auf  Richtigkeit oder/und Vollständigkeit.

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