Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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Mini Mental Test

Zur Diagnostik einer beginnenden und zur Erhebung des Fortschrittes einer Demenz greift man heute oftmals auf einen leichten Test zurück, den eigentlich beinahe jeder, der sich die Unterlagen dazu aufmerksam durchliest durchführen kann. Dieser Test nennt sich „Mini Mental Test“ und wird meist noch durch den sog. „Uhrentest“ ergänzt.

Beim Uhrentest wird der Patient aufgefordert in einen vorgegebenen Kreis eine Uhr einzuzeichnen und eine Uhrzeit anzuzeichnen bzw. diese darunter in ein Feld zu schreiben.
Beim Mini Mental Test (MMT) muss der Patient ein paar Aufgaben lösen, die u.a. seine Orientierung zur Zeit, zum Ort und zu Gedächtnisleistungen umfassen. Dazu kommen motorische Fähigkeiten und Kompetenz in Umsetzung von Aufforderungen bzw. Rechenleistung. Aufgaben sind z.B. das aktuelle Jahr zu nennen, den aktuellen Monat, den Ort, an dem man sich befindet. Drei Wörter nachzusprechen, Alltagsgegenstände (Kugelschreiber, Armbanduhr) zu benennen, ein Blatt Papier auf Aufforderung zu falten und auf den Boden zu werfen, von 100 in Siebenerschritten runterzuzählen und eine geografische Figur nachzuzeichnen.

Am Ende addieren sich diese Werte und man erhält einen Status, der Hinweise auf eine beginnende Demenz oder deren Fortschritt (v.a. beim Uhrentest gibt es eindrückliche Verläufe) geben kann. Unterlagen zu beiden Tests gibt es hier zum Download (extern).

Ich habe einen solchen Test vergangene Woche bei einer unserer Patientinnen alleine durchgeführt – das erste Mal an einem Patienten. Im Rahmen der Psychiatrie-Blöcke haben wir ihn bereits an uns gegenseitig getestet, aber im klinischen Setting ist alles doch ein wenig anders (und schwieriger, weil man nicht nur kooperationswillige und junge Medizinstudenten vor sich sitzen hat).

Bei der Patientin war eine Sturzneigung bekannt, sie war den gesamten stationären Aufenthalt kognitiv auffällig und vor der Übergabe an die Innere Medizin zur weiteren Therapie ihrer Grunderkrankung führte ich zunächst einen Kreislauftest (Schellong-Test) durch (auch das erste Mal für mich mit einem Patienten) und kam dann am Nachmittag erneut vorbei, um ein wenig „Gehirnsport“ zu betreiben. Die Dame kam mir ein wenig verwirrt vor – aber süß. Beim Kreislauftest am Morgen zählte sie meine grauen Haare (und behauptete, ich habe bereits mindestens 25 Stück *geek*), „rebellierte“ immer wieder („Wissen Sie, dass Sie eine Nervensäge sind?„), dass sie das doch nicht alles machen müsste, auch wenn es zu ihrem Wohl sei (immerhin bricht sie sich bei den Stürzen immer wieder Knochen!)….

Nun saß ich ihr gegenüber und wir begannen mit der Testbatterie. Weiterlesen