Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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Stichwort-Spiel

Das heißgeliebte Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) liebt gewisse Stichworte, die in den Altfragen, die wir zur Examensvorbereitung kreuzen immer wieder vorkommen und mit gleichen Diagnosen verwendet werden. Dieser Umstand führt dazu, dass wir inzwischen die längeren Fragetexte nur noch nach dem Vorkommen gewisser Stichpunkte durchforsten und dann die entsprechende Antwort ankreuzen – mit einer Richtigkeitstrefferquote von beinahe 100% (hier und da gibt es dann doch mal Ausnahmen, aber diese kann man wohl an einer Hand abzählen).

In der letzten Zeit habe ich versucht ein paar der Stichwörter für euch zu sammeln, auf dass sie euch Erhellung bringen – mitraten ist erlaubt!

Beginnen wir in der Pädiatrie. Es geht um ein Neugeborenes mit der Aufzählung einiger Erscheinungen/Missbildungen, hierunter auch das schmale Oberlippenrot. Was hat das Kind? Sofort aus den fünf Antwortmöglichkeiten die Alkoholembryopathie heraussuchen, ankreuzen und die Frage richtig beantworten!

Weiter gehts, nun fragen wir bei einem bestehenden Mekoniumileus nach einer möglichen Grunderkrankung. Auch hier wieder Pädiatria-Fall. Und die Antwort? Immer: CF (Mukoviszidose). Stichwort gesucht, Stichwort gefunden.

Es gibt Fälle, in denen Laborwerte gezeigt werden, anhand derer man dann die Diagnose stellen muss. Wer keine Lust hat jeden einzelnen Wert mit der Referenztabelle zu vergleichen (das IMPP weigert sich vehement hinter die Werte ein kleines Plus oder Minus für erhöht oder erniedrigt oder gar die Spannbreite des Wertes anzugeben), der sucht zunächst nach bestimmten Laborwerten, die dann die Diagnose anzeigen. Beispiel: eine Anämie (Blutarmut) kann man natürlich nur diagnostizieren, wenn man Blutwerte abgenommen hat und diese aufgeführt werden. Sonst kann diese Diagnose gleich durchgestrichen werden. Anderes Beispiel: sollte explizit dir Coeruloplasmin-Konzentration erwähnt oder angegeben sein, dann ist in den meisten Fällen die Diagnose ein M. Wilson (Kupferspeicherkrankheit). Ankreuzen, fertig.

Weiter gehts: wenn in einem Fallbeispiel ein Ausländer aus Osteuropa (wahlweise auch aus Afghanistan, Pakistan oder Kasachstan) erwähnt wird, dann hat dieser zu 99% Wahrscheinlichkeit eine Tuberkulose-Erkrankung.

Sollte ein Patient starke Kopfschmerzen beim Kauen verspüren, eventuell noch verbunden mit Sehstörungen – sofort an eine Arteriitis temporalis und Cortisongabe denken. Bei Faszikulationen der Zunge dagegen an eine ALS-Erkrankung und bei jungen Patientinnen (meist Studentinnen) immer als erstes an die MS.

Pulsynchrone Geräusche mit Sehstörung deuten fast immer auf eine AV-Fistel im Gehirn hin, bei Gangstörungen und explizit erwähnter Alkoholkrankheit kann man das Thiamin zur Therapie schon mal bereit halten.

Und zum Schluss dieser kleinen (fortsetzbaren) Auflistung ein random fact: es sind immer Studenten oder Studentinnen der prestigeträchtigen Fachrichtungen, die sich als Patient vorstellen. Sei es Lehrarmt oder Jura – andere Fächer scheint das IMPP nicht zu kennen, nicht zu wollen oder für weniger wertig zu halten. Oder hat jemand schon eine Patientin, die Forstwirtschaft studiert, gefunden?

Orthopaedix


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Blog-Award II

Wir haben erneut einen Blog-Award bekommen! Dieses Mal von mamamachmal:

Bei diesem Award müssen wir 10 Fragen, die uns von mamamachmal gestellt werden, beantworten. Wir geben unser Bestes, beantworten (natürlich) in Bezug auf die Grundthematik dieses Blogs und den Kontext der Medizin 😉

– Orthopaedix

– Ann Arbor

– Spekulantin

1. Wie bist du auf die Idee gekommen zu Bloggen?

– Am Strand unter Einfluss von viel Sonne aufs Hirn und nach einem Erlebnis im Flugzeug entstand der Gedanke mit dem PJ auch ein Gemeinschaftsblog zu beginnen, das über unsere Erfahrungen in diesem Praktischen Jahr berichten soll.

– Die Spekulantin hat mich ziemlich lange überreden müssen 😉

– Es war einfach zu schwer Orthopädix Begeisterung zu wiederstehen und kaum hatte ich „Najaaaaa, vielleicht“ gesagt, war die Seite eingerichtet und es gab kein Zurück mehr.

2. Wenn du nur ein Buch auf der Welt für die Nachwelt retten könntest während alle anderen zerstört werden. Welches würdest du retten?

– Ein Fachbuch? Dann den Pschyrembel, DAS Nachschlagewerk der Medizin.

– Als Fachbuch auf jeden Fall den Herold. DAS Innere-Medizin-Buch, das einen auch noch durch so manch andere Fächer begleitet hat. Als „normales Buch“ Tolkiens Herr der Ringe – oder Wuthering Heights von Bronte.

– Medizinischen gesehen wohl auch den Herold, zum Lernen ein Graus, aber zum Nachschlagen unschlagbar. 

3. Wenn du eine Sache in deinem Leben ändern könntest, was wäre das?

– Wie wäre es mit bereits bestandenem Staatsexamen?

– Ich hätte gerne die ersten Semester mehr genossen und weniger verbissen gelernt – rückblickend waren das nämlich eigentlich die entspanntesten 😉

– Vor dem Studium hätte ich mir doch das eine Semester Zeit nehmen sollen um ein bisschen was von der Welt zu sehen.

4. Wenn du eine Sache auf der Welt ändern könntest das nichts direkt mit dir oder deinem Umfeld zu tun hat. Was wäre das?

– Für unseren Nachwuchs ein optimiertes Studium einzuführen.

– Aus aktuellem Anlass in Frankreich: Ich würde es mir wünschen, dass Homosexualität als etwas völlig natürliches und selbstverständliches betrachtet wird.

– Weltfrieden natürlich 😉

5. Wenn du Kinder hast, hast du sie dir SO vorgestellt bzw das Leben mit ihnen? Wenn du keine Kinder hast, wie stellst du dir das Leben mit Kindern vor?

– Nach den Erfahrungen aus der Kinderheilkunde interessant. Und als Elternteil anstrengend.

– Nach 4 Monaten PJ in der Kinderheilkunde: unglaublich anstrengend und zugleich das Schönste der Welt.

– Ganz ohne pädiatrische Vorerfahrungen: voller Kompromisse

6. Eis oder Schokolade?

– Adipositas oder Adipositas? Beides. Das Cholesterin freut sich.

– Schokoladeneis!

– Eisschokolade 😉

7. Was wäre wenn du ab dieser Sekunde 4 Wochen nicht mehr ins Internet könntest? (Auch nirgend wo anders)

– dann würde dieser Blog so lange keinen neuen Artikelnachschub mehr bekommen

– da ich in meinem England-PJ-Tertial kein Internet hatte, kann ich aus eigener Erfahrung sagen: man gewöhnt sich an alles!

– Endlich wieder lesen!

8. Was würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen? Nur so viel wie du selbst tragen kannst!

– das Internet und einen immer-genug-Batterie-habenden Laptop 😉 (damit ich für Nachschub… ach, siehe Nummer 7 😉 )

– Bücher!

– Ein Boot.

9. Wie lange glaubst du, würdest du es aushalten ohne durch zu drehen, alleine auf einer einsamen Insel?

– mit dem, was ich mitnehmen darf? Geht schon, solange es Nummer 6 in Massen gibt!

– maximal 2 Tage, ich brauche immer jemanden, um mich zu unterhalten (vielleicht könnte ich natürlich auch einen Papagei trainieren…)

– Vielleicht sollte ich doch die Bücher einpacken. Dann könnten es ein paar Wochen sein. Ansonsten maximal 1 Woche.

10. Auf wen könntest du am wenigsten in deinem Leben verzichten?

– auf mein Leben (und sei es auf einer einsamen Inseln)

– meine Familie

– auf meine Eltern wohl, denn sonst gäbs mich nicht und die Frage wäre hinfällig…

Diesen Award muss man an Blogger, die unter 200 Follower haben, weitergeben. Das haben wir aber schon das letzte Mal nicht wirklich hinbekommen, deswegen geben wir mal den Spielverderber und empfehlen den alten Award mit den Links dort herauszukramen (oder per Link oben anzusurfen). Verzeiht uns 🙂


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Blog-Award

Wir haben einen Blog-Award erhalten! Ausgezeichnet sind wir nun mit dem Best Blog Award – Pinchen hat ihn uns verliehen (siehe hier).

Bei dem Best Blog Award geht es darum, dass man selbst 20 andere Blogs, die unter 200 Follower haben, für den Award nominiert und diesen weiterreicht. Dazu müssen dann noch die neun kommenden Fragen beantwortet und natürlich das Bild mit Post veröffentlicht werden. Also werden wir uns nun an die Beantwortung der Fragen machen, die wir leicht adaptiert haben und auf die Klinik übertragen und dann überlegen, wen wir euch empfehlen wollen (da wir ja immer noch keine Blogroll haben, wird das ein Award-verdächtiger Act an sich werden 😉 )

1. Was hast du lieber: OP oder Station?

O: OPs, eindeutig!
S: In den chirurgischen Fächern eindeutig lieber OP. Aber Stationsarbeit auf der Inneren ist mindestens so interessant!
A: Spontan würde ich jetzt natürlich auch sagen OP. In der Inneren finde ich auch vor allem die invasiven Dinge wie Herzkatheter etc am spannendsten.

2. Hast du lieber junge oder alte Patienten?

O: Ich finde die Mischung machts. Nur junge Patienten (Kinder und kleiner) sind auf Dauer anstrengend (v.a. die Eltern 😉 ), nur Alte auf Dauer auch keine Abwechslung mehr.
S: Geht mir wie Orthopädix. Junge sind schwerer, man leidet mehr mit. Alte sind auch schwerer, man kann fast nie heilen…
A: Mir sind die jungen Patienten am liebsten, da habe ich irgendwie das Gefühl ich kann ihre Welt noch ein kleines bisschen verändern.

3. Was ist dein Lieblingsfachgebiet?

O: Traumatologie/Ortho, gehört zusammen 🙂
S: Ähhm, jaaaa, Gyn, oder Innere, oder Chirurgie… ich bin verwirrt im Moment. Praktisches Arbeiten – zählt das als Fachgebiet? 😉
A: Hepatologie – also alles rund um die Leber.

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