Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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Arzneimittel der Woche XXVIII: Fenoterol

Fenoterol
Berotec

Anwendungsgebiet

Fenoterol wird es als Bedarfsmedikation (in Form von inhalativen Sprays) zusätzlich zur Basismedikation (Dauermedikation) bei Asthma bronchiale oder COPD (chronisch obstruktiven Lungenerkrankung) eingesetzt.

Fenoterol wirkt hemmend auf die Wehentätigkeit und wird in dieser Funktion im Rahmen der Geburtssteuerung eingesetzt (tokolytisch).

Wirkung & Mechanismus

Fenoterol ist ein Wirkstoff auf der Gruppe der β2-Sympathomimetika. Übersetzt bedeutet dies: es wirkt ähnlich wie Erregungen des Sympathikus, einem Teil des Nervensystems, das evolutionsbiologisch für Flucht und Aktivität steht (im Gegensatz zum Parasympathikus).  Nervenzellen haben diverse Rezeptoren mit entsprechenden Botenstoffen und Signalwegen innerhalb der Zellen, u.a. den genannten  β2 Rezeptor, an dem Fenoterol ansetzt.

Fenoterol bewirkt in der Lunge die Weitstellung der Bronchien (Bronchodilatation) – erinnert euch an die „Fluchtreaktion“, die vom Sympathikus gesteuert wird; dazu benötigt man Luft und weite Atemwege, um diese in den Körper zu bringen. Gleichzeitig hemmt es die Wehentätigkeit an der Gebärmutter (wer will schon beim Fliehen vorm Säbelzahntiger sein Kind bekommen?).

Die Wirkung hält drei bis fünf Stunden an und setzt wenige Minuten nach Inhalation in Sprayform ein – deswegen wird es als Bedarfsmittel bei drohendem Asthma-Anfall eingesetzt.

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen können eine Steigerung der Herzfrequenz (auf der Flucht muss das Herz schneller schlagen) sowie eine blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika wie Metformin vermindert werden (auf der Flucht braucht der Körper Energie und deswegen Zucker im Blutkreislauf).

Gegenanzeigen

Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (das Herz ist schon geschwächt und sollte nicht durch Steigerung der Frequenz unnötig belastet werden), Tachyarrhythmien, Überempfindlichkeit auf Fenoterol sind Kontraindikationen. Bei Patienten oder Patientinnen mit frischem Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder schweren organischen Herz- und Gefässveränderungen, schwere Hypertonie, Krampfneigung, Hyperthyreose sowie unausgeglichener diabetischer Stoffwechsellage ist die Behandlung besonders abzuwägen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage, oder tragen Sie Ihren Arzt zum Apotheker. Diese Information ersetzt keinen Arztbesuch und erhebt keinen Anspruch auf  Richtigkeit oder/und Vollständigkeit.

Userwunsch von KiKreta – heute leider ein wenig ergiebiges Medikament – vielleicht nächstes Mal ein ausführlicher zu behandelndes? 😉

Orthopaedix