Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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RFID im OP – Ansätze für die Zukunft

(c) golem.de

Nachdem wir euch in zwei Artikeln zu beinahe vergessenen Kompressen im OP einen Einblick gewährt haben (Kompresse?, Fehlende  Kompresse – Teil 2) wie schnell bei langen und aufwändigen Operationen eine Kompresse im Patienten verschwinden und nach einer OP verbleiben kann, kam eine Diskussion in den Kommentaren auf, wie man dieses Problem optimal lösen könnte. Ich habe von einem Ansatz gehört, der in einigen Kliniken derzeit getestet wird und den ich euch heute kurz vorstellen möchte: RFID-Chips.

Pro Jahr werden im Krankenhaus rund 3000 sog. „Alien Objects“ (v.a. in Form von Tüchern und Tupfern) während Operationen im Patienten vergessen. Eine sehr unschöne Sache für sowohl Patienten, wie auch beteiligte Ärzte und Pfleger. Um diese Zahl zu vermindert, führte man zunächst das Vieraugen-Prinzip (zwei OP-Schwestern müssen die Vollständigkeit bestätigen) und das zweifache Nachzählen ein. Dennoch ist die Zahl von ca. 3000 Fälle, in denen diese Sicherheitsmaßnahmen, warum auch immer, versagen, erschreckend. Mit den modernen Entwicklungen in der Industrie und Technik schwappen nun RFID-Chips in die Kliniken, die dort zu einer Verbesserung der Patientensicherheit führen könnten.

RFID steht für radio-frequency identification und wird heute in immer mehr Bereichen eingesetzt. Die kleinen Chips finden sich v.a. in der Logistik zur Kontrolle der Warenströme und der Nachvollziehbarkeit, welches Produkt an welcher Stelle zu welcher Zeit vorhanden ist oder verarbeitet wurde; Anwendung finden sich auch heute schon in der Lieferkette von Textilien und Bekleidung, zur Identifikation von Frachtcontainern und Tieren, zur Zeiterfassung in Unternehmen, zum Bestandsmanagement und in Chipkarten mit z.B. kontaktloser Bezahlfunktion.
Seit einigen Jahren gibt es Ansätze die Chips auch im Krankenhaus anzuwenden – z.B. in Form von Patientenarmbändchen, um Verwechslung der Patienten auszuschließen oder als Zutritts- und Zugriffskontrollen in sensiblen Bereichen wie dem OP und der Sterilisation.

(c) heise.de

Einige Firmen testen seit einiger Zeit in Kooperation mit großen Kliniken die Verwendung von RFID-Chips in OP-Instrumenten, Tupfern und Tüchern. Das Ziel der Feldstudien ist  zu jeder Zeit während einer OP grafisch auf einem Monitor eine Kontrolle sichtbar zu machen, wie viele Fremdkörper noch im OP-Gebiet liegen und ob am Ende der OP alles, was an den Tisch gebracht wurde, wieder von ihm entfernt ist (und damit nicht im Patienten bleibt).
Zudem bietet sich, wie in der Logistik heute schon genutzt, die Möglichkeit während der gesamten Logistikkette einer Klinik (und darüber hinaus) Utensilien im Auge zu behalten – vom Hersteller über die Wäscherei bis ins Krankenhaus und wieder zurück in die Wäscherei. Teure Instrumente (der gesamte Warenwert an Instrumenten eines Krankenhauses kann 1,5 bis 2,5 Millionen Euro betragen!) können besser überwacht, Diebstahl, Verschwinden oder Lieferung an falsche Orte (falscher OP…) unterbunden werden.
Einige Hersteller ermöglichen mit ihren Systemen eine Überwachung der Bauchtücher mittels farbiger Ampeln am Bildschirm (rot = Tücher im Situs vorhanden, grün = alle Tücher, die über eine Antenne in den Operations-Bereich eingebracht wurden, sind auch wieder über diese Antenne nach draußen entfernt worden). Andere versprechen die Ortung von vergessenen Kompressen im Patienten mittels Detektoren, wie man sie am Flughafen bei der Sicherheitskontrolle kennt (siehe Herstellervideo auf Golem). Wieder andere Systeme, die z.B. in den USA schon eingesetzt werden, bestehen aus Klebern, die der Patient vor der OP auf z.B. das zu operierende Bein geklebt bekommt und der persönliche Daten des Patienten und den geplanten Eingriff enthält. Vor der Narkose und unmittelbar vor dem Schnitt wird das Funkkabel dann ausgelesen und abschließend vom Anästhesisten und dem Chirurgen kontrolliert – Patientenverwechslung adé. Weiterlesen


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OP mit Kinderkrankheiten

Schon seit Monaten hört man es überall im Haus bohren und hämmern und klopfen. Der Umbau von Intensivstation und OP-Trakt ist ein Großprojekt. Ganz abgeschlossen wird es erst, wenn mein PJ schon lange vorbei ist. In zwei Jahren vorraussichtlich. Aber die neue, schicke und hochmoderne Intensivstation ist bereits engeweiht.

Der nächste Schritt: Die Eröffnung der beiden neu gebauten OP-Säle. Eines Montags ist es plötzlich soweit. Die Wand, die den Aufenthaltsraum von den Bauarbeiten getrennt hat, ist einfach nicht mehr da. Der Durchbruch ist gemacht und noch am selben Tag beginnt der Betrieb in den beiden neuen Sälen. Für 2 Wochen dürfen auch die Chirugen dort operieren, während im alten Trakt Vorbereitungen für den Umbau getroffen werden. Dann werden die neuen Säle zum Reich der Gynäkologen.

Die ersten 2 Stunden herrscht einfach nur Chaos. Alle, die jemals in die Verlegenheit kommen könnten, den OP zu betreten, haben sich in dem glücklichweise breiten Gang vor den Sälen versammelt. Es soll eine Einweisung geben, in was weiß keiner so genau. Durch wen auch nicht. Irgendwann taucht ein Mensch auf, der sich mit den neuen Lampen auszukennen scheint. Zu dem Zeitpunkt, hat die Hälfte der Leute aber schon keine Lust mehr gehabt zu warten und hat sich auf die Suche nach der Kaffeemaschine begeben. Die scheint spurlos verschwunden. Ein Unding, bei so viel kaffeesüchtigen Operateuren. Es kommt zu einer ersten Meuterei.

Dieses Problem lässt sich glücklicherweise leicht klären. Aus dem alten Aufenthaltsraum ist zwar ein Durchgangszimmer zwischen den OP-Trakten geworden, aber natüüüürlich hat irgendjemand daran gedacht, dass man einen neuen Aufenthaltsraum benötigt. Und da findet sich auch die verlorene Kaffeemaschine. Ein seltsames Gefühl ist es trotzdem, im ehemaligen Einleitungsraum des ehemaligen Saal 2 zu sitzen und Kaffee zu trinken. Es fehlen die Monitore, das piepsen und überhaupt das ganze OP-Feeling.

Nachdem so nach und nach, dann doch jeder etwas über hochmoderne Lampentechnik gelernt hat (verschiedene Kelvinzahlen für unterschiedlich warmes Licht, An- und Ausschalten per Druck auf den Griff und viele weitere Spielereien) geht es los. Unser jüngster Assistenzarzt darf den neuen Saal 3 einweihen und gewinnt das heimliche Rennen um die erste abgeschlossene OP gegen die Gynäkologen.

Als ich schließlich für den dritten Punkt des Tages erste neue OP-Luft schnuppern darf, zeigen sich bereits die ersten Probleme. Weiterlesen


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Bones and Pain

Share photos on twitter with TwitpicTreue Mitleser werden es inzwischen gemerkt haben: gestern erschien keine neue Krankheit der Woche bzw. es erschien ein halb fertiggestellter Artikel, der inzwischen wieder offline ist. Keine Sorge, der Artikel wird folgen – es gab ein paar zeitliche Probleme (jaja, so ist das, wenn man in der Klinik arbeitet und keine Zeit mehr für Freizeit oder dergleichen hat) und dann eine wichtige Veranstaltung, die die liebe Spekulantin vom Vollenden des Artikels abgehalten haben. Keine Sorge, der Artikel wird folgen – ihr müsst nicht weinen! Und bis dahin könnt ihr mein Motto in Form von Schlüsselanhängern begutachten – von der Spekulantin gestern zur Feier des Tages geschenkt bekommen. Bones (rechts) und Pain (Magenschmerz-Helicobacter pylori links). Danke liebe Spekulantin!

Und euch viel spaß mit den neuen und nächsten Artikeln!

Orthopaedix