Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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Arzneimittel der Woche XXIX: Infliximab

Infliximab
Remicade

Anwendungsgebiet

Infliximab wird bei der Therapie der rheumatoiden Arthritis, des Morbus Crohn (einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, siehe Krankheit der Woche), der Colitis ulcerosa (ebenfalls chronisch entzündlichen Darmerkrankung), der Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), der Psoriasis-Arthritis sowie der Schuppenflechte angewandt.

Wirkung & Mechanismus

Infliximab ist ein Antikörper gegen den sogenannten Tumor-Nekrose- Faktor (TNFa) und wird deswegen auch als TNFa-Blocker bezeichnet. Es wird intravenös als Infusion verabreicht, verteilt sich dann über das Gefäßsystem und blockiert die TNFa-gesteuerte Freisetzung von entzündungsauslösenden Botenstoffen (sogenannten Zytokinen). Es führt nach einer geringen Latenz zu einer Reduktion der Entzündung.

 

Da Infliximab Immunreaktionen beeinflusst und unter der Behandlung eine im Körper vorliegende, aber aktuell nicht symptomatische Tuberkulose wiederaufflammen kann, muss vor der Behandlung ein Test auf Tuberkulose durchgeführt werden (dieser muss dann natürlich negativ sein). Auch muss während der gesamten Behandlungsdauer das Blutbild überwacht werden.

Nebenwirkungen

Da der Antikörper ein Produkt aus menschlichem und tierischem Protein (Mensch/Maus) ist, können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Auch infusionsbedingte Reaktionen wie Fieber, Hautausschlag mit Juckreiz, Schüttelfrost, Atemnot und Brustschmerzen sind möglich.

Gegenanzeigen

Wie erwähnt ist Infliximab kontraindiziert bei Patienten, die eine Tuberkulose im Körper tragen. Außerdem sollte es nicht bei bestehendem Infekt (Abszess…) aufgrund seiner immunsuppressiven Wirkung appliziert werden. Ebenso darf es nicht bei bekannter Allergie gegen den Wirkstoff oder dessen Bestandteile gegeben werden. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz ist besondere Vorsicht geboten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage, oder tragen Sie Ihren Arzt zum Apotheker. Diese Information ersetzt keinen Arztbesuch und erhebt keinen Anspruch auf  Richtigkeit oder/und Vollständigkeit.

Userwunsch von Denis hier

Orthopaedix


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Arzneimittel der Woche XXVIII: Fenoterol

Fenoterol
Berotec

Anwendungsgebiet

Fenoterol wird es als Bedarfsmedikation (in Form von inhalativen Sprays) zusätzlich zur Basismedikation (Dauermedikation) bei Asthma bronchiale oder COPD (chronisch obstruktiven Lungenerkrankung) eingesetzt.

Fenoterol wirkt hemmend auf die Wehentätigkeit und wird in dieser Funktion im Rahmen der Geburtssteuerung eingesetzt (tokolytisch).

Wirkung & Mechanismus

Fenoterol ist ein Wirkstoff auf der Gruppe der β2-Sympathomimetika. Übersetzt bedeutet dies: es wirkt ähnlich wie Erregungen des Sympathikus, einem Teil des Nervensystems, das evolutionsbiologisch für Flucht und Aktivität steht (im Gegensatz zum Parasympathikus).  Nervenzellen haben diverse Rezeptoren mit entsprechenden Botenstoffen und Signalwegen innerhalb der Zellen, u.a. den genannten  β2 Rezeptor, an dem Fenoterol ansetzt.

Fenoterol bewirkt in der Lunge die Weitstellung der Bronchien (Bronchodilatation) – erinnert euch an die „Fluchtreaktion“, die vom Sympathikus gesteuert wird; dazu benötigt man Luft und weite Atemwege, um diese in den Körper zu bringen. Gleichzeitig hemmt es die Wehentätigkeit an der Gebärmutter (wer will schon beim Fliehen vorm Säbelzahntiger sein Kind bekommen?).

Die Wirkung hält drei bis fünf Stunden an und setzt wenige Minuten nach Inhalation in Sprayform ein – deswegen wird es als Bedarfsmittel bei drohendem Asthma-Anfall eingesetzt.

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen können eine Steigerung der Herzfrequenz (auf der Flucht muss das Herz schneller schlagen) sowie eine blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika wie Metformin vermindert werden (auf der Flucht braucht der Körper Energie und deswegen Zucker im Blutkreislauf).

Gegenanzeigen

Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (das Herz ist schon geschwächt und sollte nicht durch Steigerung der Frequenz unnötig belastet werden), Tachyarrhythmien, Überempfindlichkeit auf Fenoterol sind Kontraindikationen. Bei Patienten oder Patientinnen mit frischem Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder schweren organischen Herz- und Gefässveränderungen, schwere Hypertonie, Krampfneigung, Hyperthyreose sowie unausgeglichener diabetischer Stoffwechsellage ist die Behandlung besonders abzuwägen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage, oder tragen Sie Ihren Arzt zum Apotheker. Diese Information ersetzt keinen Arztbesuch und erhebt keinen Anspruch auf  Richtigkeit oder/und Vollständigkeit.

Userwunsch von KiKreta – heute leider ein wenig ergiebiges Medikament – vielleicht nächstes Mal ein ausführlicher zu behandelndes? 😉

Orthopaedix


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Arzneimittel der Woche XXVII: Azathioprin

Azathioprin
Azafalk, Azaimmun, Imurek…

Anwendungsgebiet

Azathioprin ist ein Immunsuppressiva, das die Immunabwehr unterdrückt. Es wird zur Unterdrückung der Abstoßungsreaktion bei Organtransplantationen sowie bei der Behandlung von Erkrankungen des Immunsystems (Autoimmunerkrankungen…) eingesetzt. Beispiele hierfür sind die Therapie der Arthritis, Sarkoidose, Multiplen Sklerose und des Lupus erythematodes. Außerdem wird es bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt.

Wirkung & Mechanismus

Azathioprin blockiert die Herstellung von Desoryribonukleinsäue (DNA) und Ribonukleinsäure (RNA), in dem es mit den verwendeten Molekülen interferiert. Dadurch hemmt es die Vermehrung von Immunzellen (B- und T-Zellen), die normalerweise für die Abwehr von Infekten sowie veränderten Körperzellen (Krebszellen, virusinfizierte Zellen) zuständig sind.

Bei Fehlsteuerund des Immunsystems richtet dieses sich gegen gesundes körpereigenes Gewebe – man spricht von einer Autoimmunkrankheit. Mit Azathioprin soll diese Fehlsteuerung unterdrückt werden.

Nebenwirkungen

Azzathioprin kann zu Veränderung des Blutbildes (aufgrund Interferenz mit der oben genannten DNA-Synthese) führen, ebenso zu Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es kann zu Fieber und Gelenkschmerzen sowie Gewichtsabnahme kommen. Durch die bremsende Regulation des Immunsystems erhöht es das Infektionsrisiko. Gelegentlich kommt es nach Einnahme zu Überempfindlichkeitsreaktionen.

In der Dosis, die nach Nierentransplantation eingenommen wird, erhöht Azathioprn das Risiko an Hautkrebs zu erkranken.

Gegenanzeigen

Azathioprin darf nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit genommen werden, da es fruchtschädigend wirken könnte. Ebenso verbietet sich die Einnahme bei bekannter Allergie auf das Medikament.

Zu Risiken und Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage, oder tragen Sie Ihren Arzt zum Apotheker. Diese Information ersetzt keinen Arztbesuch und erhebt keinen Anspruch auf  Richtigkeit oder/und Vollständigkeit.

Userwunsch von vsporzellan

– Orthopaedix