Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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Nur ein kleiner Pieks

Irgendwie war es ja klar, dass das wieder mal mir passieren musste. Eigentlich verwunderlich, dass es fast bis zum Ende des zweiten Tertials gedauert hat. Aber immerhin war es nur zum Teil meine Schuld, falls es das irgendwie besser macht. Was passiert ist?

Ich habe mich gestochen. Nein, falsch, eigentlich wurde ich gestochen. Jetzt weiß ich zumindest, warum die OP-Schwestern so ungerne zwei Hautnähte am Tisch haben. Während ich mit OA Hanni nach einer Gallenoperation am Zunähen bin, kommen wir uns nämlich mit den Nadeln ins Gehege und seine landet in meinem Zeigefinger.  Ich realisiere es erst gar nicht richtig, da bricht um mich herum schon das Chaos aus.

„Ziehen Sie den Handschuh aus. Auspressen und dann unters Wasser halten. Gut ausspülen und dann desinfizieren. Kann jemand von der Anästhesie mal bitte Blut bei dem Patienten abnehmen?“ Hanni übernimmt das Kommando und ich gehorche einfach blind. „Dann gehen Sie runter in die Ambulanz und lassen sich Blut abnehmen. Nehmen Sie das Blut des Patienten mit und sagen Sie, dass Sie sich gestochen haben. Die wissen was zu tun ist.“

Und tatsächlich gibt es dort unten einen Algorithmus für solche Situationen. Dazu gehören allerdings ein weiteres Blutröhrchen und eine Einwilligung des Patienten in einen HIV-Test. Ersteres bringt meine PJ-Kollegin aus der Anästhesie umgehend aus dem OP, zweiteres ist ein bisschen schwierig solange der Patient in Narkose liegt. Wir gehen also erstmal von einer mutmaßlichen Einwilligung aus.

Fehlt also noch mein Blut. Allein aus diesem Grund werde ich mich sicher nie wieder Stechen. Blut abnehmen bei mir selbst geht gar nicht. Und prompt kollabiere ich dann auch auf der Liege in der Ambulanz. Weiterlesen