Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


7 Kommentare

ein skeptischer Blick

Eigentlich bin ich sehr leicht und schnell von moderner Technik begeistert und finde viele Erfindungen toll, weil sie das Leben erleichtern und vieles schneller machen können. Abläufe verbessern, Prozesse optimieren. Zum Beispiel verstehe ich nicht, wie sich die Oberen der hiesigen Orthopädie so gegen die Einführung der elektronischen Röntgenanmeldung wehren und mit Händen und Füßen dagegenstellen. Wie sie immer neue Argumente dagegen finden – und seien sie noch so abstrus und manchmal auch haarsträubend. Zum Beispiel die Frage, wieso das Feld „Fragestellung“ ein Pflichtfeld sei. Der Chef der Radiologie dazu nut trocken: „wir röntgen niemanden ohne konkrete Fragestellung„. Das hat auch etwas mit dem Recht zu tun, denn man darf Patienten nur der potentiell gefährlichen Röntgenstrahlung aussetzen, wenn man eine rechtfertigende Indikation und eine Fragestellung an die Aufnahmen hat. Klar, bisher haben die Oberen einen Röntgenwisch ausgefüllt, den dann die Sekretärin eingetippt hat und bei Fragestellung etc ließen sie einfach leere Felder und gut war. Z.B. auch bei Bildern, die präoperativ zur OP-Planung angefertigt wurden. Was genau daran schwer ist, „präoperativ“ in das Feld einzugeben…. mir bleibt es schleierhaft. PCs laufen doch sowieso in jedem Zimmer, aber trotzdem wird nach wie vor von meiner Abteilung die Röntgenanmeldung auf die bisherigen Zettel gekritzelt, meist in Sauklaue, die niemand lesen kann – und nun eben neuerdings von der Sekretärin dann der Zettel ins PC-Programm übernommen und elektronisch angemeldet. Doppelte Arbeit sozusagen. Moderne Technik, wie sie nicht funktionieren sollte.

Funktionieren tut hingegen andere „neue Technik“: OP-Helme, wie sie von der Spekulantin schon in einem früheren Beitrag erwähnt wurden. Diese Helme tragen wir standardmäßig bei den Prothesen, die wir implantieren und sie bieten uns neben der Freiheit keinen Mundschutz darunter tragen zu müssen gleichzeitig einen rundum Spritzschutz, wenns mal wieder blutiger zur Sache geht oder die Knochensplitter durch den OP fliegen. Nachteil: man sieht sich und das gesamte Gesicht des Gegenübers. Manchmal ungewohnt, kann man doch unter den Mundschützen noch gähnen oder Grimassen ziehen, ohne dass es jemand sieht, aber mit offenem Helmvisier sieht das dann gleich der gesamte OP. Trotzdem, diese Erfindung ist nett und praktisch – wenn auch eindeutige Studien zur Überlegenheit in Hinblick auf Infektraten bei Prothesenimplantation etc bisher wohl zu fehlen scheinen.  Weiterlesen