Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


9 Kommentare

Eure Fragen – unsere Antworten. Heute: Tod

@_phoeni stellte uns über Twitter folgende Frage:

Eine gute Frage!

In der Medizin gibt es einige Definitionen von „Tod„:

1. der klinische Tod:

Darunter versteht man einen völligen Kreislaufstillstand (Fehlen von Puls und Atmung, maximale Pupillenerweiterung, Verfärbung der Haut unter Sauerstoffmangel). Dieser Zustand ist potentiell durch geeignete Reanimation und ggf. Entfernung bedingender Ursachen (z.B. Unterzuckerung, Vergiftung, Herzbeuteltamponade, Unterkühlung…) reversibel. Bei z.B. Unterkühlung gilt: „Nobody is dead until warm and dead“. Bei der Reanimation muss man eine Wiederbelebungszeit beachten: dies ist der Zeitintervall zwischen dem Herz-Kreislauf-Stillstand und den irreversiblen Organschädigungen infolge der Sauerstoffminderversorgung. Das Gehirn hat hierbei die geringste Sauerstoffmangel-Toleranz, das Herz hält ca. 15 – 30 min ohne Sauerstoff aus. Abhängig ist die Wiederbelebungszeit auch von der Körpertemperatur (siehe Merkspruch).

2. Scheintod:

Unter dem Scheintod versteht man den Zustand tiefer Bewusstlosigkeit mit klinisch nicht oder kaum nachweisbaren Lebenszeichen, jedoch ohne Auftreten der sog. sicheren Todeszeichen (siehe unten). Der Scheintod kommt u.a. bei Vergiftung mit Kohlenmonoxid, bei Unterkühlung oder Blitzschlag vor und ist potentiell vollständig reversibel.

3. Hirntod:

Unter dem Hirntod versteht man den Tod durch Organtod des Gehirns. Es handelt sich dabei um eine irreversible erloschene Funktion des Großhirns, Kleinhirns und Hirnstamms bei weiterhin kontrolliert aufrecht erhaltener Atem- und Kreislauffunktion (meist auf der Intensivstation). Der Hirntod kann nur durch Nachweis einiger Kriterien diagnostiziert werden: Weiterlesen