Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..


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bald gehts los

Der Countdown läuft! Nachdem von uns ursprünglich drei Autoren/innen bereits ein Drittel fleißig am arbeiten, Patienten retten und Geld verdienen ist, beginnt für die anderen beiden Drittel in wenigen Tagen ihr Schritt ins Arbeitsleben! Zum 1.4. starten wir voll durch (*hust*) und werden uns mit Herzblut in unsere Fachgebiete stürzen.

Ich werde versuchen euch auf dem Laufenden zu halten, wenn mir in der ersten interessanten Phase in der Klinik Patienten und Geschichten begegnen, die ich mit euch teilen möchte. Was meine beiden Mitautorinnen aus dem Praktischen Jahr in Zukunft machen wollen und ob sie sich am Blog weiter beteiligen, steht derzeit in den Sternen – was man bei einer enormen Arbeitsbelastung von mind. 50 – 60h pro Woche irgendwie verstehen kann. Lassen wir uns überraschen, was die Zukunft bringen wird und bis dahin zählen wir den Countdown der Tage runter, bis das Arbeitsleben uns alle drei komplett verschluckt hat. 😉

Orthopaedix


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Eigennamen pauken fürs Examen

Für alle, die gerade in der heißen Phase vor dem Anfang April bevorstehenden Examen Frühjahr 2014 stehen, gibts hier heute eine „tolle“ Info: mir wurde eine Liste zugespielt, die die Eigennamen, die man fürs Examen lernen muss, auflistet. Anscheinend haben die Ersteller alle Namen, die ihnen beim Lernen über den Weg liefen, notiert und sind damit auf über 920 spezielle Bezeichnungen von Phänomenen, Erkrankungen, Zeichen, Tests etc gekommen! Heißt: für das Abschlussexamen (StEx) muss man als Medizinstudent über 920 Eigennamen wissen und ungefähr einordnen können, was welcher Namen bedeutet….  Dass es einige sind, die man lernt, war uns in der Lernphase auch schmerzlich  bewusst geworden („was bedeutet jetzt nochmal X oder welche Krankheit war dieses Y?“), aber dass es so viele sein würden, hätte ich nicht gedacht!

Wollt ihr eine kleine Auswahl? Sortiert nach Fächern kopiere ich mal ein paar Namen aus der Liste heraus und wer auf das Examen lernt, kann ja mal schauen, ob nicht mal  4 Wochen vorm Schriftlichen die Eigennamen sitzen 😉

Anästhesie:

Sellick Handgriff
Rautek Griff
Cormack & Lehane Klassifikation
Mallampati Klassifikation

Angiologie:

Leriche-Syndrom
Tourniquet-Syndrom
Rutherford Klassifikation d. akuten kritischen Ischämie
Fontaine Klassfikation
Rutherford Klassifikation
Raynold-Syndrom
Parott-OP

Augenheilkunde:

Munson Zeichen
Cogan-Reese-Syndrom
Chandler Syndrom
Fuchs-Endotheldystrophie
Map-Dot-Fingerprint Dystrophie
Brückner Test
Heterochromia complicata Fuchs
Tyndall Effekt
Arlt-Dreieck

Chirurgie:

Pringle Manöver
Kehrt Zeichen
Richter Hernie
Spieghel Hernie
Lichtenstein OP
Shouldice OP
Perthes Syndrom
Snaddon Klassifikation
Witzel-Fistel
Chilaiditi-Syndrom

Dermatologie:

Koenen-Tumor
Koebner-Phänomen
Woodlicht
Lewandowski-Lutz Epidermosyplasie verruciformes
Kaposisarkom
Heubner-Sternenkarte
Becker Nävus
Ota Nävus
Ito Nävus
Sutton Nävus
Bowenoide Papulose
Dubreuilh Morbus
Breslow Einteilung
Clark Level

Endokrinologie:

Wolff-Chaikoff-Effekt
Gordon Syndrom
Zuckerkandl-Organ
Wermer-Syndrom
Sipple-Syndrom
Gorlin-Syndrom
Schmidt-Syndrom
Carpenter-Syndrom

Gastroenterologie: Weiterlesen


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Gastartikel – Rassismus

Der nachfolgende Text entstammt ebenfalls einer Mail einer deutschen Medizinstudentin, die für ihr Studium nach Rumänien ging und von dort ihre Erlebnisse schildert. Weil mich die Mail und deren Inhalt emotional sehr bewegt hat, erlaube ich mir (nach Rücksprache mit der Autorin und kleinen Änderungen zur Wahrung der Anonymität), Auszüge aus ihrem Text für euch zu veröffentlichen, um euch zu zeigen, wie Medizin anderswo abläuft.
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Rassismus ist hier ein großes Thema. Für die Rumänen natürlich nicht, aber als Außenstehender schon. Nicht nur, dass hier Studenten die eine dunklere Hautfarbe haben oft viel mehr Fragen bekommen im Vergleich zu mir, sondern es trifft vor allem die Roma.
Täglich kann man beobachten, dass sie schlechter behandelt und weniger respektiert werden. Es kommt vor, dass Ärzte Roma Patienten anherrschen sie sollten gefälligst das Nachthemd wechseln, wenn Flecken drauf sind und wie das denn aussähe… man wäre ja hier nicht bei den Hotten Totten.

Oder Patientinnen werden im Kreissaal angeschrien, sie sollen sich nicht so anstellen und endlich aufhören zu jammern, während sie ihr Kind bei der Geburt herauspresst. Oder wenn sie so einen Schnitt bei der Vagina bekommen [Anm. d. R. „Dammschnitt“] um den Geburtskanal zu erweitern, wird bei rumänischen Frauen lokal anästhesiert und bei Romas einfach ohne Betäubung geschnitten. Beim anschließenden zusammennähen nach der Geburt wird den Rumänen tendenziell mehr Schmerzmittel und Betäubung gegeben als den Romas.

Roma sind hier einfach nichts wert. Jeder Rumäne sagt dir, man müsse sich vor ihnen in Acht nehmen und auf Nachfrage kann man dir dann aber nur eine Geschichte von der Nichte ihres Onkels von der Großtante 3. Grades erzählen. Keiner gibt Roma eine Chancen, geschweige denn eine Arbeit (da lassen sie die Stelle lieber unbesetzt). Sie werden von vornherein oftmals in Behindertenschulen gesteckt (wenn sie eine weiterführende Schule besuchen), weil keiner mit ihnen was zu tun haben will. Das alles spiegelt sich auch in der folgenden Begebenheit wider, die einem meiner Kollegen in seiner Nachtschicht passiert ist.

Da war eine junge schwangere Roma, 14 Jahre alt, wenn ich mich recht erinnere, die eingeliefert wurde weil sie Wehen hatte. Es wurde beschlossen einen Kaiserschnitt zu machen (aus einem gerechtfertigten Grund) und ihr sollte eine Spinalanästhesie gelegt werden. Immer, wenn man versuchte die Nadel zu legen, stand sie auf vor Angst. Nach dem zweiten Mal drohte ihr die Ärztin, dass wenn sie das noch mal machen würde, sie die Patientin schlägt. Beim nächsten Versuch stand sie wieder auf und die Ärztin schlug ihr mit der Rechtfertigung, dass das das Einzige sei, was diese Leute verstünden, ins Gesicht.

Irgendwann lag dann die Anästhesie und der Kaiserschnitt wurde durchgeführt. Währenddessen regte sich die Ärztin sich die ganze Zeit weiter auf und beschloss dann eigenmächtig das Mädel zu sterilisieren. Mit der Begründung, dass sie diese Leute nicht mehr ertragen könne und die ja sonst bis sie 20 ist schon 6 Kinder hätten. Es gab keine Einwilligung zur Sterilisation von Seiten des Mädel oder ihrer Erziehungsberechtigten und keiner hat es ihr danach gesagt.

Das ist doch absolut unfassbar.
Orthopaedix