Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..

die Zeit danach

3 Kommentare

Nachdem das schriftliche und mündliche Examen nun vorüber ist, hat es bei mir und allen, mit denen ich bisher gesprochen habe, mindestens 2-3 Tage gedauert, bis man sich klar geworden ist, was dies eigentlich bedeutet. Der Körper und Geist ist so im Lernmodus gewesen (kein Wunder nach über 140 Tagen Lernen), dass man das Nicht-Lernen und aktives Gestalten des Tages erst wieder neu lernen und realisieren muss. So ging es nicht nur mir so, dass ich die ersten Tage nach dem Examen nicht wie erhofft ausschlief, sondern morgens von alleine wach wurde (und mich täglich darüber ärgerte).

Nach gut einer Woche hat sich mein Körper nun an das Ausschlafen und Schlaf-Nachholen gewöhnt. Was gleichzeitig einhergeht mit einer Tagesmüdigkeit, die ich vorher so nicht kannte (überschlafen oder wirklich so ausgelaugt?) und mit Tagen, die, wenn man erst gegen Mittag aufwacht, nur so an einem vorüber rennen.

In den letzten Tagen begann ich mit dem Zusammensammeln aller Unterlagen, die man für die Aushändigung der Promotionsurkunde und der Approbation benötigt – was eine mittelgroße Rennerei mit sich bringt. Will  das Promotionsamt ein Führungszeugnis, Belegart „N“ und eine beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses (das man auch erstmal organisieren muss, sofern man es nicht erst Mitte Dezember vom Dekanat überreicht bekommen möchte), möchte das Regierungspräsidium für die Approbationsurkunde ein Führungszeugnis, Belegart „0“. Und bitte nicht älter als 4 Wochen. Ebenso wie eine persönliche Niederschrift, dass aktuell kein Verfahren gegen einen am Laufen wäre. Und von einem Arzt (ebenfalls nicht älter als 4 Wochen) eine Bescheinigung, dass dieser keine Eignungsprobleme sieht, dass man als Arzt tätig würde.

Auch witzig. Nach 6 Jahren Studium müssen wir uns jetzt einen Arzt suchen (egal welchen!), der uns bescheinigen soll, dass wir Arzt spielen sein dürfen. Was auch immer der Sinn dahinter sein soll (außer, dass viele Ärzte für ihre Unterschrift Geld verlangen können). Man kann es natürlich auch so machen, dass man den zu unterschreibenden Wisch selbst auf Papier bringt und den Arzt nur noch unterzeichnen lässt. Was die Sache noch absurder werden lässt.

Neben diesen Nachweisen muss man zur Promotion seine Dissertation in der Bib sowohl in gebundener Form als auch elektronisch abgeben – also erneutes Ausdrucken und Binden lassen, danach mit Veröffentlichungsvertrag zur Bib und mit deren Unterschrift wieder zum Promotionsamt (aber bitte nut zu den im Netz angegebenen Sprechzeiten).

Ihr seht, von entspannter Ruhe kann zunächst wenig die Rede sein, will man doch seine Unterlagen nun endlich zu einem Abschluss führen, sodass man bei den parallel dazu ausgefertigten  Bewerbungen etwas in der Hand hat, das man mitsenden kann. Aber hey: solange man nicht zum 1. Januar beginnen möchte und keine 8 Wochen in Urlaub fährt, hat man ja immer noch Zeit, sich um alles zu kümmern. Irgendwann. Wenn man ausgeschlafen hat.

Orthopaedix

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Autor: Orthopaedix

bones and pain

3 Kommentare zu “die Zeit danach

  1. Oh Deutschland deine Bürokratie, viel Erfolg dabei 🙂

  2. Herzlichen Glückwunsch!

    Und glaube mir, Du BIST so müde! Jede Zelle Deines Körpers.
    Die Bereitschaftsdienste in der Assistenzzeit (oder im Krankenhaus im Allgemeinen und Speziellen) sind ebenfalls sehr gut geeignet, Schlafmangel weiter zu forcieren. Ich empfehle so viel Schlaf wie möglich, Sport, Urlaub, Freunde und Vitamine und immer ein achtsames Auge auf sich selbst, nicht nur auf die künftigen Patienten. Um eine Burnout-Prophylaxe müssen sich heute ja schon Schüler*innen sorgen, manchmal sogar Kindergartenkinder mit Manager-Stundenplan.

    Wo soll es jobtechnisch denn hingehen? Immer noch Orthopädie? Stadt oder Land, Nord oder Süd? Oder kann man es sich so gar nicht aussuchen?

    lG

    • danke!
      Jobtechnisch zieht es uns jetzt alle in andere Richtungen. Jeder wird wohl die Richtung, die unter „Das Team“ angegeben ist, einschlagen. Und das an unterschiedlichen Orten. Ich persönlich will in die Ortho/Unfall, werde aber mind 1 Jahr in der Allgemein-Viszeralchirurgie anfangen, um das Handwerk zu lernen. Mich zieht es nach den tollen Erfahrungen im PJ in die Schweiz, wohin meine Bewerbungen gegangen sind.

      Aussuchen können wir uns derzeit in Deutschland allgemein schon relativ viel, wohin wir wollen und was wir wollen. Wenn man deutsch kann und sich nicht zu dumm anstellt, dann wird man oft mit offenen Armen empfangen beim aktuellen Ärztemangel. Gute Ausgangslage für uns 😉

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