Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..

Diagnoserätsel – wie entstand diese Verletzung?

19 Kommentare

Zum heutigen Daiagnoserätsel gibts ein Röntgenbild und ihr dürft raten, wie diese Verletzung wohl entstanden ist.

Damit es nicht zu schwer wird, verrate ich euch, was auf dem Bild nicht normal ist: der Abstand zwischen den beiden Knochen vorne ist viel zu groß! Dort befindet sich die sogenannte Schambeinfuge, eine Sympsyse, also eine Verbindung aus Faserknorpel zwischen den beiden Beckenhälften. Auf diesem Röntgenbild der Hüfte sieht man deutlich, dass diese Verbindung „gesprengt“ ist – auseinanderklaffend und nicht mehr schön aneinander.

Durch welchen Vorfall kam diese Verletzung bei dieser 36 jährigen Patientin zustande? Erst abstimmen, dann nach unten Scrollen und Lösung lesen!

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Die auf dem Röntgenbild dargestellte Symphysensprengung entstand postpartal, d.h. im Rahmen einer natürlichen Geburt. Auf medizinisch nennt man das postpartale Symphysendehiszenz und meint eine durch Hormone während der Schwangerschaft gelockerte Gewebeschwäche, die dann unter den enormen Drücken einer Geburt zu einer Sprengung führen.
Die Patientin merkt nach der Entbindung starke Schmerzen bei Belastung und Bewegung im Bereich des Schambeins.
Die Therapie bei einer nach Entbindung entstehenden Sprengung ist heutzutage großteils konservativ mittels Gurtung, sodass die beiden Hälften aneinander gedrückt werden und wieder zusammenwachsen können.

Orthopaedix

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Autor: Orthopaedix

bones and pain

19 Kommentare zu “Diagnoserätsel – wie entstand diese Verletzung?

  1. mein erster gedanke beim anblick jeglichen röntgenbildes der beckengegend ist immer „bin draufgefallen…“ 😀

    hab aber bei fehlender entsprechender auswahlmöglichkeit dann richtig geraten

  2. Den Gegenstand habe ich auch gesucht….. aber ich glaube das mit dem Kinder kriegen überlege ich mir doch nochmal…..

    • Schwangerschaft ist halt doch ne Krankheit 😉 Sooo häufg ist die Symphysendehiszenz zum Glück auch nicht und vorbeugen kannst du ihr mit einem Kaiserschnitt. Da kann dann nichts auseinanderbrechen, wenn sich das Baby durchzwängen müsste…

  3. nichts ist ohne risiko @KiKreta 😛

    macht ihr die bilder eigendlich selbst mit einverständniss veröffentlichen oder wo habt ihr die her?

    • die Bilder sind anonymisiert aus einem Bilderpool exportiert, teilweise auch von ehemaligen eigenen Patienten (mit einigem Zeitabstand) und in der Liste der „interessanten Fälle“ in der Klinik festgehalten.

  4. Ha, ich hab mal richtig getippt! *freu*
    Aber du hast ein komisches Verständnis von hinten und vorn. Oder ist das Röntgenbild nicht frontal aufgenommen worden?

    • wieso komisches Verständnis? *schlauchsuchaufdemichgeradestehe*

      • „Der Abstand zwischen den beiden Knochen vorn ist zu groß“ führte mich zu der Frage, welche Knochen Du meinst; die gedehnten Beckenknochen sind meines Wissens immer noch hinten, wenn man von vorn (frontal) schaut. 😉

        • nein, die Symphyse ist am Körper (und damit bei der Bildbeschreibung auch) vorne (oberhalb des Schambeins im Bereich der Schambehaarung zu ertasten). Was du meinst sind die beiden Gelenke zwischen Beckenschaufeln links und rechts und dem Kreuzbein (am Ende der Wirbelsäule) – das ist das sogenannte ISG (Iliosakral-)-Gelenk (das hier aber nicht gesprengt ist) 🙂

          • Dann bin ich jetzt endgültig verwirrt. 😦

          • ey gügg, auf dem Bild siehst du doch diese große Lücke zwischen den beiden Becken-Halbkreisen in der Mitte und die klaffenden weißen Knochen links und rechts, oder? 🙂 Das ist die Symphyse und die liegt im Körper vorne, beim Mann knapp über der Peniswurzel, bei der Frau über dem Mons pubis.

  5. Ich hab das Bild angeklickt, um es zu vergrößern, dann hat mir Picasa in der rechten Seitenleiste gleich verraten, dass das Bild „postpartale symphysensprengung.jpg“ heißt 😦

  6. Ich möchte ja nur ungern klugschei**en, aber wenn es schonmal mein Fachgebiet ist…:
    Die Verletzung ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit PERIpartal aufgetreten, nicht POSTpartal!

    Lasse mich aber selbstverständlich gerne eines besseren belehren.
    Viele Grüße,
    Josephine

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