Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..

Diagnoserätsel – wo liegt das Problem?

18 Kommentare

Ein 27-jähriger Patient kommt am Freitag Abend in die Notaufnahme und klagt über Schmerzen. Im Verlauf der Diagnostik entsteht folgendes CT-Bild:

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Der Patient hat eine abgebrochene Nadelspitze in der linken Leiste stecken. Anamnestisch gibt er an bis vor 2 Jahren regelmäßig i.v. Drogen genommen zu haben. Seither sei er clean. Die Nadel ist beim Versuch die Leistenvene zu punktieren nicht nur abgebrochen, sondern hat auch die Leistenarterie angeritzt und eine gedeckte Blutung ins umgebende Gewebe verursacht. Dieses sog. Aneurysma falsum hat sich inzwischen infiziert. Es ist allerdings höchst unwahrscheinlich, dass die Nadel bereits seit 2 Jahren dort im Gewebe steckt.

Der Patient wurde am nächsten Tag in die Universitätsklinik verlegt und gefäßchirurgisch versorgt.

– Spekulantin

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Autor: Spekulantin

Die kochen alle nur mit Wasser

18 Kommentare zu “Diagnoserätsel – wo liegt das Problem?

  1. Ich hab’s als Nicht-Medizinier richtig gelöst! 🙂
    Und was bekomme ich nun als Preis?

  2. Das war diesmal aber leicht. Auch für Nichtmediziner.
    Aber ich freu mich schon aufs nächste Diagnosrätsel! Wegen mir könnts die Täglich geben 😉

  3. Ich dachte ich fange mal leicht an 😉 Nein, eigentlich wollte ich vor allem dies Story des Patienten erzählen und das Bild war so eindrücklich und… naja 🙂 Das nächste wird ein bisschen kniffeliger, versprochen.

  4. hmm die nadel hab ich gesehen, mir fehlte nur die Orientierung, wo diese steckt. Hab gedacht, im linken Brustkorb.

  5. Mir ist genau der selbe Fehler unterlaufen wie dem Schwesterle. (Und ich fand es heute recht schwer, auch mit dem Wissen um die Lösung kann ich das Bild nur schlecht einordnen..)

    Ich muss zugeben, dass ich als Laie (in diesser Hinsicht) sehr orientierungslos auf dieses Bild geschaut habe, da mir zumindst EINE grobe Richtungsangabe (wo ist links/rechts bzw. schaue ich von oben/von unten auf das Schnittbild). Ich vermute, dass im medizinischen Zusammenhang eine eindeutige Ausrichtung der Schnittausrichtung vorgegeben ist, bloß die ist mir nicht bekannt, weshalb mir die „Einnordung“ des Bilds – also die räumliche Lagezuweisung IM Patienten (und damit die Identifikation von „rechts, links, vorne und hinten“) so schwer fällt. Dabei habe ich den Schatten der Nadel sehr wohl gesehen, aber verworfen, weil ich die helle Stelle zwischen den beiden Knochen links (also auf dem Bild rechts) als Fremdkörper vermutete…

    Mir deucht, dass eigentlich bei Röntgenbildern früher so eine „Einnordungshilfe“ eingearbeitet war. Wurde die hier rausretuschiert, um das Rätsel nicht zu einfach zu machen?

    • Na dann wars ja offenbar doch nicht zu einfach 🙂 Und die Schwierigkeit lag genau da, wo ichs gehofft hatte. Wie rum halte ich eigentlich die Aufnahme?! 😉
      Aber jetzt kann ich es ja verraten: Alle CT- und MRT-Aufnahmen werden gleich gelesen. Du stellst dir vor, der Patient liegt vor dir auf dem Tisch. Du stehst zu seinen Füßen und schaust quasi von dort in ihn rein. Heißt also: oben im Bild ist vorne am Patienten (unten entsprechend hinten) und rechts auf dem Bild ist links am Patienten.
      Vorstellbar soweit?

      Die Knochen sind Teile des Beckens bzw. des Hüftgelenks. Der Patient lag nicht ganz gerade, deshalb ist das Hüftgelenk rechts und links nicht an der gleichen Stelle angeschnitten und sieht also nicht symmetrisch aus. Nicht verwirren lassen 😉

      • *grinsel* Und damit ist meine Frage beantwortet. Die Beckenteile hatte ich erst auch vermutet, kam aber mit dem hellen Fleck links eben nicht zurecht.

        Ich hab immer die Vorspann-Szene aus der 4. Staffel „Scrubs“ im Kopf, wo einer das Röntgenbild richig herum dreht und sagt: „Das hat mich schon seit 3 Staffeln gestört!“ 😀

        • *lach* Die Szene ist auch wirklich legendär. Und mir selber nicht ganz unbekannt 😀 Wie gut, dass heute alles digital geht und man den Bildschirm nicht richtig herum drehen muss.

          • *hihi* nicht täuschen lassen, gerade gestern wurde mir auf spektakuläre Art gezeigt, dass auch bei digitalen Bildern links und rechts gerne mal vertauscht ist und man das Bild spiegeln muss, um überhaupt Aussagen treffen zu können (z.B. bezüglich der Wirbelsäule) 😉

          • @Orthopaedix – deswegen habe ich ja gedacht, dass es irgendwie so eine Art „technische Einnordnung“ gibt, an der man sich „entgegen der getroffenen Absprache“ orientieren kann. Soll ja nicht erst einmal vorgekommen sein, dass ein „spiegelverkehrt konstruierter Mensch“ auf der falschen Seite aufgeschnitten wurde, weil das Röntgenbild einfach „richtig herum“ aufgehängt wurde….

      • Ich bin ja keine Medizinerin, aber ich denke, nach der Wirbelsäule kann man immer suchen. *klugscheiß* 😉

  6. Schönes Rätsel! Ich hätte nicht gedacht, dass sich Drogensüchtige selbst in den Bauch spritzen – ich dachte, die Armvenen trifft man doch gut genug. Allerdings muss ich sagen, dass ich letztens eine halbe MPU hatte (eigentlich sogar nur einen Punkt davon, das Arztgespräch – lange Geschichte, ich fahre nicht mit Alkohol im Blut ;-)). Offenbar hatte die Ärztin kurz auf meine Armbeugen geschaut, ohne dass ich es mitbekam, denn im Bericht stand was wie „keine Einstichstellen“ – an eine Begutachtung meiner Bauchhaut kann ich mich nicht erinnern.

    • Danke! Freut mich, wenns Spaß gemacht hat.
      Die Spritze ging nicht in den Bauch sondern in die große Leistenarterie. Die liegt eher am Bein. Das war allerdings gar nicht das eigentlich Ziel, sondern die Spritze sollte in der Leistenvene landen, die daneben liegt. Nicht, dass ich das jetzt groß beurteilen könnte, aber ich nehme an, dass ist nicht unbedingt die erste Wahl für Drogen. Nur, die Venen am Arm vernarben irgendwann, wenn man zu häufig dort spritzt und dann braucht es Alternativen. Wahrscheinlich eher erstmal der Fuß, weil viel besser zugänglich, aber wenns da auch nicht mehr geht… Die Leiste ist schon wirklich eher ungewöhnlich 🙂

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