Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..

Diagnoserätsel

4 Kommentare

Ein neues Diagnoserätsel wartet auf euch! Folgende Anamnese einer Patientin, die sich in der Notaufnahme vorstellt:

56-jährige Patientin, seit einigen Wochen bestehende Oberbauchschmerzen. Seit letzter Woche verdünnter Stuhlgang. Trotzdem kaum Stuhlgang. Keine Übelkeit, aber ca. einmal wöchentlich schwallartiges Erbrechen  nach dem Essen. Seit einer Woche zusätzlich Atemnot bei leichter körperlicher Anstrengung. Der Bauchumfang habe sich seit einem Monat sehr vergrössert. Kein Fieber, kein Nachtschweiß, kein Schüttelfrost. Gewicht nicht gemessen, subjektiv aber eher zugenommen.

Es wird eine CT-Aufnahme erstellt, die folgenden Befund zeigt:

Mit welcher Arbeitsdiagnose wird die Patientin stationär aufgenommen?

Die Lösung findet ihr weiter unten, erst abstimmen, dann nach unten scrollen und nachsehen!

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Die Patientin wurde nach der CT-Aufnahme stationär aufgenommen und in die Gynäkologie verlegt.

Mit den ersten radiologischen und klinischen Eindrücken gingen die Ärzte von einer wohl gutartigen flüssigkeitsgefüllten Zyste (wohl ausgehend vom Eierstock) aus, die inzwischen den gesamten Bauchraum bedrängte und die dortigen Organe zur Seite drängte oder zusammendrückte. In den Schichtaufnahmen durch den Bauch zeigte sich u.a. eine starke Kompression der Bauchaorta und Verdrängung des Darms zur Seite – dies erklärt das Erbrechen nach Nahrungsaufnahme, da die Speise nicht mehr durch den völlig komprimierten Darm abtransportiert werden kann. Durch die große Flüssigkeitsblase kann sich das Zwerchfell nicht richtig kontrahieren – es resultiert die angegebene Atemnot. Dass die Patientin an Gewicht und Bauchumfang zugenommen habe, kann man sich gut vorstellen, wenn plötzlich ein paar Liter Flüssigkeit im Bauch versammelt sind. Auf einen eher gutartigen Prozess lässt sich schließen, weil die sogenannte B-Symptomatik (Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber) verneint wird, die sonst Zeichen für ein bösartiges Geschehen darstellt.

Eine Schwangerschaft ist aufgrund des Alters eher weniger wahrscheinlich (außerdem sieht man keinen Fetus und der Schwangerschaftstest ist negativ). Auf die anderen möglichen Antworten passt die Anamnese nicht richtig (bzw. die Aufnahmen nicht) 😉

Die Patientin wird nun im Verlauf eine Punktion der Zyste erhalten, ggf. einen kleinen operativen Eingriff, um die Zyste vom Eierstock abzutragen (oder je nach Situation auch den Eierstock zu entfernen) und – wenn sich alles als gutartig herausstellen wird – sind danach ie Symptome verschwunden und die Patientin kann gesund und munter entlassen werden.

Orthopaedix

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Autor: Orthopaedix

bones and pain

4 Kommentare zu “Diagnoserätsel

  1. Schliesse mich dem zeitspiegel an. Wir haben vor ein paar wochen einen 6,5 kg schweres Kystom aus einer älteren Dame ausgebaut – der ging es ähnlich! 🙂

  2. Sachen gibt’s… Finde die Diagnoserätsel jedes Mal aufs neue spannend – unbedingt beibehalten 🙂 Der Rest vom Blog ist aber auch klasse, macht weiter so!

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