Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..

Entscheide dich rechtzeitig!

20 Kommentare

Chirurgen wollen nur schneiden. Das Wohl des Patienten haben sie nur zweitrangig im Sinn. Hauptsache sie können irgendwen in den OP schieben, dessen Besetzung ja schließlich Geld kostet, und dann rein mit dem Skalpell. Ob der Patient davon profitiert ist ihnen völlig egal, sie haben ihren Spaß, die Klinik verdient Geld und am Ende wird der Patient ja hoffentlich nicht klagen und sich seiner neugewonnenen und natürlich nur durch den operativen Eingriff möglich gemachten Gesundheit erfreuen.

So oder so ähnlich könnte man zusammenfassen, welche Vorurteile der chirurgischen Sippe entgegenschlägt. Klar, es gibt immer wieder schwarze Schafe. Es gibt zunehmend Operationen, deren Indikationen nicht einwandfrei gestellt sind. Es gibt Eingriffe, über deren Sinn und Unsinn man sich streiten kann, genauso wie es unterschiedliche Meinungen gibt, wie ein Problem am besten behoben werden wird. Und es sind meist viele Faktoren, die gleichzeitig zur Besserung von Beschwerden beitragen – und die Chirurgie ist dabei einer der Bausteine.

Manchmal aber, da ist die Chirurgie und die schneidende Zunft der Teil der Medizin, der wirklich Heilung bringen kann. Nur eine OP kann dann Leben retten. Und kein Chirurg schneidet in diesen Situationen aus Spaß in den Patienten (zumal diese Not-OPs meist zu nächtlicher Stunde anfallen und wer steht schon gerne nachts im OP anstatt im warmen Bett zu liegen?) Es geht um das Leben des Erkrankten, dem es meist schon nicht mehr gut geht. Diese Operationen sind wahrlich keine Freude, sie sind anstrengend, langwierig, aufwändig und herausfordernd. Kein Spaziergang zum Geldverdienen und OP-Auslasten. Und die Prognose, je länger man wartet, abnehmend.

Nur, liebe Patienten: entscheidet euch rechtzeitig für eine OP (oder steht zu eurer Entscheidung dagegen)!

Ich habe in den vergangenen Wochen ein paar Fälle erlebt, in denen zu lange vor einer OP gezögert wurde, bis der Patient sich dann doch noch für eine OP entschieden hat. Sei es bei der jungen Dame, die schon 3 Tage extreme Blinddarmschmerzen hatte und deren Eltern erst nach 4 Tagen der Operation einwilligten – gerade noch rechtzeitig um das Leben ihrer nicht volljährigen Tochter zu retten. Zwei weitere Eingriffe waren im Verlauf nötig, um die Schäden, die die Verzögerung angerichtet hatte, auszubessern und die Patientin wieder auf die Beine zu stellen. Die Eltern werden sich ein Leben lang Vorwürfe machen.

Oder sei es die ältere Dame, die schon zum dritten Mal in die Notaufnahme kam. Erneut Schmerzen im Bauch, kein Stuhlgang und seit einigen Tagen Erbrechen nach dem Essen. Schon das letzte Mal war ein sog. (Sub)-Ileus diagnostiziert worden – also ein Verschluss des Darms, sodass die Speisen und der Kot nicht mehr abtransportiert werden können und sich vor der Engstelle stauen. Man kann konservative Therapieansätze versuchen. Hat dies auch bei der betagten Dame zuletzt vor einem Monat getan – wohl semi-erfolgreich, denn 4 Wochen später saß sie wieder da.

Erneut legten die Oberärzte ihr schon in der Notaufnahme eine Operation ans Herz, um den Verschluss ein für alle Mal zu beheben und nicht mit Einläufen und sonstigem Halbherzigem wieder nur ein Erfolg auf Zeit zu erzielen. Aber die Dame blieb bei ihrem Standpunkt: lieber keine OP. Aufklärung, Beschwichtigung, Antworten auf ihre Fragen, nichts brachte sie dazu uns den Eingriff zu erlauben. Und gegen den Willen darf man bei mündigen Patienten schließlich nicht handeln.

Also behandelten wir 3 Tage lang konservativ. Bei der Chefarztvisite, bei der Oberarztvisite, bei der normalen Visite… immer wieder wurde die Dame gefragt, ob sie inzwischen nicht einer OP einwilligen würde – ihr Zustand wurde einfach nicht besser. Auch die Beratung mit ihrem Sohn und ein Gespräch der beiden brachte keine Zustimmung und wir standen mit leeren Händen und verzweifelt da.

Der Dame ging es im Verlauf zunehmend schlechter, am 4 Tag in der Klinik benötigte sie Sauerstoff und war zunehmend schwach…. Komplikationen eines Darmverschlusses gibt es zuhauf – kurz gesagt: der Tod macht sich beim unbehandelten Darmverschluss auf den Weg auf Station.

Bei der Visite endlich erklärte sich die Dame bereit zur OP – anscheinend musste der Leidensdruck erst so groß werden. Erst wenn es den Patientin so richtig dreckig geht willigen sie schließlich doch noch ein und werfen ihre eigentliche Entscheidung gegen eine OP über den Haufen. Wenn es um Leben und Tod geht scheint das Gehirn den Überlebenswillen einzuschalten und die Einwilligung kommt doch noch. Dabei kann man sie sich Schmerzen und Verschlechterung des Zustandes und der Prognose ersparen, wenn man früher in eine Notfall-OP einwilligen würde.

Irgendwie war es verständlich, dass die Oberärzte, die nun operieren sollten, nicht sehr glücklich dreinblickten – inzwischen hatte sich die Situation so verschlechtert, dass die OP kein Spaziergang zu werden versprach. Hätte die Dame nur ein paar Tage früher eingewilligt, wäre das ein – zwar immer noch großer, aber – routinierter Eingriff geworden und beide Seiten wären danach zufrieden gewesen. Aber nun?

Die Dame war inzwischen schon zu schwach um zu unterschreiben und so musste erst noch der Sohn ins Krankenhaus gerufen werden, damit die Anästhesistinüber alle Risiken aufklären konnte (auch, dass die Patienten sterben könnte). Die OP wurde geplant, das Team zusammengestellt, der OP informiert, die Anästhesie gab ihr Ok, der Intensivstationsplatz für nach der OP bereitgehalten, es musste schnell gehen….. und die Dame nach einem Moment mit ihren Angehörigen in Richtung OP gebracht.

Um es abzukürzen: die OP wurde nicht mehr durchgeführt. Noch in der Einleitung bei den Anästhesisten brach der Blutdruck massiv ein, die Kreislaufsituation rauschte in den Keller und an eine Narkose war nicht mehr zu denken. Stattdessen wurde die Patientin zurück auf Station gebracht, wo sie in der Nacht noch verstarb.

Wenn es eine Moral der Geschichte geben soll, dann ist es diese: Rechtzeitige Entscheidung rettet Leben. Niemand möchte gerne operiert werden. Die meisten Chirurgen schneiden nicht einfach so in Patienten und drängen Patienten ohne Grund zu schnellen Einwilligungen für OPs. Aber wenn es euch mal wirklich schlecht geht und euch ein Chirurg sagt, ihr müsst operiert werden, dann sagt ja und zögert die OP nicht so lange hinaus, bis es euch richtig dreckig geht – die Situation wird nicht besser werden (nicht für euch und nicht für den Operateur). Und niemand kann wissen, wie es am Ende ausgeht. Oder steht dazu, dass ihr einmal Nein gesagt habt und ändert dann nicht mehr eure Meinung (wobei das wohl sehr schwer ist, weil der Überlebenswille bei jedem irgendwann einsetzt).

Orthopaedix

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Autor: Orthopaedix

bones and pain

20 Kommentare zu “Entscheide dich rechtzeitig!

  1. Eine traurige Geschichte.
    Und es macht mich echt wütend, dass
    – es einerseits schwarze Schafe unter den Chirurgen gibt, die vermutlich wirklich so eine Einstellung („Hauptsache schneiden“) haben und damit zu den Zweifeln der Patienten beitragen,
    – andererseits aber auch jede Menge (selbsternannte) Experten, Wunderheiler, Heilpraktiker etc, lautstark ihre Meinungen vertreten, die solche Ängste der Patienten unterstützen oder überhaupt erst schüren – natürlich gerne noch unterstützt von den einschlägigen Medien (ich habe nicht generell gegen ganzheitliche Medizin oder auch nur Heilpraktiker etwas, aber sie sollten bitte sehen, wo ihre Grenzen sind und nicht die böse Schulmedizin einfach verteufeln)
    Nach diversen Arzterfahrungen bin ich mittlerweile zugegebenermaßen auch sehr kritisch geworden… allerdings würde ich in Situationen, wo es lebensbedrohlich wird, bestimmt jeder OP zustimmen. Ich denke, wo man eher noch mal eine zweite Meinung einholt und ggf. auch skeptisch ist, sind geplante Sachen, wo es womöglich sogar tatsächlich verschiedene Ansätze gibt bzw. die Ärzteschaft sich selber uneins ist, was im Allgemeinen und auch in diesem speziellen Fall der bessere Weg ist (z.B. Bandscheibenvorfälle).

  2. irgendwie versteh ich das ganze nicht.. wenn man erst mal mit medikamenten probiert, solange es noch nicht schlimm ist -ok. aber wenn das problem dann nach kurzer zeit wieder kommt, warum sich damit ewig rumschlagen (wenn man glueck hat muss man ja nur staendig einlaeufe etc machen, klingt nach spass.)? oder der blinddarm.. dass der meistens (immer?) raus muss, wenn er entzuendet ist, ist doch auch allgemein bekannt.. und wenn mein kind da liegt, schmerzen hat und der arzt sagt, dass er ne routine-op macht und es dem kind dann ziemlich bald sehr viel besser geht.. WARUM macht man das nicht?
    mal ganz davon abgesehen, dass so ne narkose doch echt cool ist xD also auch, wenn man der ist, der in narkose versetzt wird xD

    • es gibt ein paar zwingende Indikationen (du führst den Blinddarm als eine davon schon selbst an), da kann man mit Medikamenten und alternativen Therapien noch so viel und so lange rumexperimentieren, irgendwann muss der Chirurg dann doch ran. Nur, je später er hinzugezogen wird (nehmen wir das Beispiel Blinddarm: irgendwann bricht die Entzündung durch, der Blinddarm „platzt“ und dann hast du den Salat), desto schwerer wirds für ihn und desto schlechter dann deine Prognose.
      Deswegen bin ich stark dafür bei einigen (wenigen) Diagnosen rasch das Messer zu ergreifen und den Patienten klipp und klar zu sagen, dass es nicht einfacher werden wird, wenn man die OP rauszögert und dass seine Hoffnung ohne OP die Sache zu überstehen, nur in seltenen Fällen gut geht. Aber wenn er sich dann für konservatives Vorgehen entscheidet, dann soll er sich im Klaren sein, wie es weitergehen wird mit ihm und dass ein plötzliches Umentscheiden kurz vor knapp eventuell keine Rettung mehr darstellen kann/wird. So hart das klingt.

  3. Wir haben da mal in Ethik drüber gesprochen. Und mein Chef meinte, viele ältere Menschen hätten vor allem Angst, nach der Narkose nicht mehr aufzuwachen. Vor allem glauben sie, man würde nicht mehr alles mögliche für sie tun „weil sie ja eh schon so alt sind“.
    Und dass er häufig erlebt hätte, dass die davor einen echten Horror haben :/

    • ich glaube die Patientin im geschilderten Fall hatte Angst vor einem (zeitweise) künstlichen Darmausgang, den man ihr vielleicht hätte anlegen müssen. Deswegen spielte sie mit ihrem Leben – man muss sich das mal vorstellen! Ihr wurde klar gesagt, dass es unsicher ist, ob sie einen künstlichen Ausgang bekommen muss, dass man den dann wider rückverlagern könnte, dass dessen Pflege von einem Pflegedienst übernommen wird und es ganz viele Menschen gibt, die damit gut zurechtkommen. Und trotzdem zögerte sie zu lange – bis der Leidensdruck so groß war, dass sie dann im Darmausgang das kleinere Übel gesehen hätte. (ich weiß, jetzt kommen dann wieder zig Kommentare mit dem Unterton „Angst ernstnehmen und entgegenwirken“ – aber was soll man tun, diverse Ärzte aus diversen Hierarchien haben sich Zeit genommen und viel zeit ins Erklären investiert – es brachte keinen Erfolg)

  4. Und die Moral von der Geschichte?
    Grabenkämpfe (wie sie leider zwischen den verschiedenen medizinischen Disziplinen immer noch üblich sind) helfen nicht….

    • Grabenkämpfe? Naja, wenn die Patientin halt nicht operiert werden will, was willst du da machen? Und die Anästhesie hat ja jedes Recht eine Narkose zu verweigern, wenn der Zustand so schlecht und instabil ist (dass selbst die Chirurgen das kritisch sahen, ob es überhaupt gut gehen kann).

  5. @Orthopädix: Auch eine Appendizitis kann man konservativ, also antibiotisch behandeln! – Ist zwar in der Regel nicht erste Wahl, kann aber bei hochbetagten Patienten mit zahlreichen Begleiterkrankungen manchmal durchaus indiziert sein.
    Was ich mit „Grabenkämpfen“ meine: Bei Tumorpatienten hat sich inzwischen die interdisziplinäre Tumorkonferenz in den meisten Kliniken mehr oder weniger etabliert und funktioniert manchmal weniger, oft aber ziemlich gut. Warum also nicht öfters mal konsiliarisch auf dem kleinen Dienstweg die anderen Kollegen hinzuziehen, statt Patienten einfach nur zu „konservieren“?
    Ich gebe zu, dass das einfacher gesagt als getan ist… eben wegen… siehe oben!

    • Tumorboards habe ich auch schon miterlebt – eine Welt für sich und an einer Klinik war es am Ende dann doch immer der Onkologe, der das letzte Wort hatte und entschied. Davor versuchte jeder Klinikchef seine Klinik gut zu vertreten, was manchmal in Hack-und-Rangordnungskämpfen im Rahmen des Tumorboards ausgetragen wurde… unterhaltsam. 😀 Aber ich gebe dir natürlich Recht: interdisziplinär fährt man deutlich besser. Hier in der Notaufnahme ist das toll geregelt: Internisten und Chirurgen haben eine Notfallambulanz und alle Kabinen werden durchgemischt besetzt, sodass man sofort bei der anderen Fachrichtung nachfragen kann, wenn es ein Problem gibt (oder der Chirurg wieder mal das EKG nicht lesen kann 😀 )

      • mir wird ganz anders, wenn ich das lese. immerhin ist da ein mensch mit einem malignem turmor, den es bestmöglich zu behandeln gilt. und statt zusammenzuarbeiten geht es ums profilieren? (warum bin ich eigentlich überrascht?) ich möchte kotzen.

        • naja, so richtig profilieren nicht – man findet sich halt selbst immer am Wichtigsten und möchte möglichst im Fall das Beste erreichen (was natürlich nur durch die eigene Klinik geht – bei den Onkos durch Chemo, bei den Chirurgen ist die OP No. 1, bei den Strahlentherapeuten die Bestrahlung etc etc). Aber im Endeffekt resultiert daraus dann schon in 99% der Fälle das Optimalste für den Patienten – zudem gibts ja auch Leitlinien, an denen man sich in den meisten Fällen sowieso orientiert 🙂

          Also ganz so schlimm ists dann für den Patienten nicht, aber die Herren Chefs müssen natürlich ihr Bereich gegeneinander abgrenzen 😉

  6. Ich glaube, bei solchen Patienten sollte vielleicht grundsätzlich eine psychiatrisch geschulte Person hinzugezogen werden. Allein die verschiedensten, aus meiner Sicht seltsamen und kruden Vorstellungen älterer Menschen von den Methoden und Auswirkungen von OPs verhindern oftmals eine frühzeitige Behandlung.
    Als ich das erste mal hörte: „Ich lasse dieses warzenförmige Muttermal nicht entfernen. Da ist immer Krebs drunter und der bricht aus, wenn da Luft dran kommt.“ habe ich gedacht ich bin im Mittelalter gelandet.
    Auch die Angst vor einem künstlichen Darmausgang fällt in diese Aberglaubenrichtung. Dazu kommt die Scham; sowas war früher ein Grund, sich sozial völlig abzukapseln, was die Gesellschaft als völlig ok und sogar richtig und nötig angesehen hatte.
    Da man aber als Normalbürger kaum die richtigen Worte finden wird diesem Aberglauben und diesen Ängsten zu begegnen, sehe ich hier speziell geschulte Leute gefordert.

  7. wenn alles versucht wurde, um der patientin verständlich zu machen, dass ihre chancen, eine op in echt kritischen zustand zu überleben mies sind und sie aber auch nicht drum herum kommt. wenn die pat. dann nicht einwilligt (immer vorausgesetzt: sie versteht es), dann neige ich zu der zugegebenermaßen harten meinung: selbstverschuldetes elend. dann müssen die folgen getragen werden.

    @katja: zum thema „geschulte leute“ – ich seh da die behandelnden ärzte in der pflicht, den umgang mit patienten besser zu „lernen“. zu trainieren und sich weiterzubilden. sonst schiebt man jegliches kommunikatioves problem an die „geschulten“ menschen ab…

  8. Na, das dürfte aber doch hoffentlich die Minderheit unter den Chirurgen sein, die so messergeil sind. Oder? Und wer’s braucht, kommt irgendwann bestimmt auf den Tisch…

    Es mangelt offensichtlich eher an guter Patientenaufklärung und -kommunikation. Allein die Gegenüberstellung der Operationsrisiken beim „normalen“, gut geplanten Eingriff und der Notfalloperation ist doch schon ein nettes Argument. Das kann man auch schriftlich machen und dem Patienten gegen Unterschrift geben.

    Ich erwarte eigentlich schon von einem Arzt, daß er seine Empfehlung sauber darstellen kann. Das gehört auch zum Job. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie man es nicht schaffen, die Eltern des minderjährigen Mädchens von der Notwendigkeit der zügigen Operation zu überzeugen. Oder waren die so bildungsfern oder extrem esoterisch angehaucht?

    Bei alten Menschen ist es deutlich schwieriger, zugegeben. Da muß der Doc halt mal harte Worte in den Mund nehmen – Sie werden unter Umständen sterben, wenn wir das nicht machen. Nicht jeder Patient ist so differenziert, wie man sich das wünscht.

    • Danke für deinen Kommentar! Die Aufklärung des Eingriffes samt Risiken und Nebenwirkungen ist sowieso verpflichtend und der Patient muss am Ende unterschreiben – eigentlich auch in dem Fall, dass er mit dem Eingriff nicht einverstanden ist und man ihn deswegen nicht durchführt (aber das wird selten gemacht, dass man dann noch einen Aufklärungsbogen dazu nimmt und es nicht einfach so in der Akte oder Kurve vermerkt).

      Die Eltern des Mädchens konnten erst gar nicht überzeugt werden, weil sie die Erkrankung ihrer Tochter einige Tage „verschleppten“ und nicht zum Arzt gingen. Als sie dann endlich kamen, war die Situation schon richtig schlimm… selbst im normalen Fall darf man als Arzt nicht zu einem Eingriff zwingen oder drängen – Zeitdruck ist verboten und die Überlegung und Einwilligung muss eigentlich mind. 1 Tag Zeit haben, bevor es losgeht. Und wenn die Eltern sagen, sie finden einen Eingriff aktuell nicht sinnvoll (oder kommen einfach nicht in die Klinik, vllt haben sie die Situation auch einfach unterschätzt), dann hat man wenig rechtliche Handhabe. Man könnte noch ein Gericht anrufen und das Sorgerecht entziehen – schwere Entscheidung, denn eigentl. geht man ja davon aus, dass Eltern immer nur das Beste für ihr Kind wollen.

      • Ich werde übermorgen über einen chirurgischen Eingriff aufgeklärt und bin schon sehr gespannt, wie das dann aufgezogen wird (Sigmaresektion bei Divertikulitis).

        Ich habe genauso wie alle anderen Patienten Angst vor einer Operation, denk mir aber, daß Angst kein guter Ratgeber ist und man Chancen und Risiken einfach nüchtern abwägen sollte.

        PS: Schön macht ihr das hier!

        • alles Gute für den Einrgiff – den habe ich bereits im Rahmen der Chirurgie hier assistiert. Ein „schöner“ Eingriff 🙂

          Wenn du willst, berichte nach deiner Aufklärung, wie es dir ergangen ist, was gut und was schlecht war und teile uns deine Erfahrungen mit!

          danke für das Lob, das freut uns immer! 🙂

          • Hallo,

            mit der Aufklärung ist es sehr schön gegangen. Wirklich ausführliches Gespräch mit dem leitenden Oberarzt der Station, der auch alle meine Fragen zur OP und den eventuellen (und exotischen) Risiken beantwortet hat. Auch das Klammergerät für die Darmnaht habe ich mir angesehen 😉

            Ebenso beim Anästhesisten. Papier gab es es natürlich auch jede Menge, aber eigentlich keine großen Neuigkeiten, da ich mich im Vorfeld schon gut informiert hatte.

            Was mir besonders gefallen hat (und das war neben der einschlägigen Empfehlung auch ein Grund für die Wahl dieses speziellen Krankenhauses): man ist dort sehr gut organisiert, wird ohne lange Wartezeit durchgereicht.

            Die Frage Operation ja/nein hat sich für mich nicht mehr gestellt, dazu habe ich mir im Vorfeld schon genügend Gedanken gemacht und einige Ärztemeinungen eingeholt (Wenn 4 von 4 dazu raten, liegt man schon ganz gut).

            Jetzt muß ich es also nur noch erfolgreich hinter mich bringen.

          • es freut mich (und uns) zu hören, dass es da draußen auch gute Erfahrungen mit uns Ärzten gibt und du von deiner Aufklärung und den Erfahrungen, die du damit gemacht hast, berichtet hast!

            Für die anstehende OP toitoitoi und alles Gute, eine schnelle Genesung und danach dann hoffentlich keine Beschwerden mehr!

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