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Zu Risiken und Nebenwirkungen…..

Arzneimittel der Woche VIII: Cortison

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Cortison

Anwendungsgebiet

Cortison wird im Körper in der Leber zum aktiven Wirkstoff Cortisol umgewandelt. In dieser Form wirkt es katabol (abbauend), immunsuppressiv und entzündungshemmend. Es wird daher u.a. bei überschießenden Immunantworten (z.B. bei Autoimmunerkrankungen, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen), bei rheumatischen Erkrankungen und der Gicht sowie zur ersatzweisen Gabe bei Mangel an körpereigenem Cortisol gegeben. Außerdem findet die Gruppe der Glucocorticoide (zu denen Cortison wie auch modifizierte Präparate (Prednisolon, Hydrocortison) gehören) aufgrund der immunmodulatorischen und entzündungshemmenden Wirkung Anwendung bei Allergien und Asthma. In der Dermatologie wir Cortison  (u.a. bei entzündlichen, nicht infektiösen Hautausschlägen) in Form von Salben verwendet. In der Gynäkologie nutzt man die Wirkung der Glucocorticoide zur Förderung der Lungenreifung bei Frühgeborenen.

Wirkung

Cortison wird im Körper in der Leber in den aktiven Wirkstoff Cortisol umgewandelt. Es hat danach Auswirkungen auf den Kohlenhydratstoffwechsel (Steigerung der Neusynthese von Glukose), den Fettstoffwechsel und den Proteinstoffwechsel (abbauende Wirkung). Cortisol ist für den Menschen lebensnotwendig und wird normalerweise von den Nebennieren gebildet. Es wirkt wie auch Adrenalin als Stresshormon und reguliert das Ablesen von Genen. Dazu bindet es an einen im Zellkern gelegenen Cortisonrezeptor, der dann das Ablesen bestimmter Gene einleiten kann. Durch Bindung an andere sog. Transkriptionsfaktoren (Ablesefaktoren für Gene) reguliert Cortisol das Immunsystem.

Die natürliche Ausschüttung von Cortisol im Menschen unterliegt einem festgelegten Rhythmus – am Morgen befindet sich die höchst Konzentration im Blut (circadiane Rhythmik).

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkung treten v.a. bei höheren Dosen und bei langzeitiger Anwendung auf. Bei einer Stoßtherapie und geringen Dosen finden sich nur selten schwerwiegende Nebenwirkungen – auch, wenn viele Patienten gegenüber Cortison sehr skeptisch sind.

Die Nebenwirkungen umfassen Wassereinlagerung im Gewebe (sog. Ödeme, z.b. in Form von dicker werdenden Beinen) und damit einhergehende Gewichtszunahme, Schwächung der Immunantwort und damit erhöhte Infektanfälligkeit (aufgrund der immunsuppressiven Wirkung), Förderung der Entstehung von Magengeschwüren und Verstärkung eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) aufgrund der Wirkungen auf den Kohlenhydratstoffwechsel. Bei Inhalation (z.B. bei Anwendung gegen Asthma) kann es zu Pilzinfektionen im Rachenbereich kommen (-> nach Inhalation Mund ausspülen!), außerdem tritt Heiserkeit auf.  Durch die Wechselwirkung mit Vitamin D kann Cortison eine Osteoporose verstärken bzw. begünstigen.

Wegen seiner Wirkung als Stresshormon  kann es in hohen Dosierungen zu schnellerem Herzschlag und erhöhtem Blutdruck führen. Außerdem kann es bei langer Anwendung als Salbe zu einer „Ausdünnung“ der Haut kommen, die anfälliger wird für Verletzungen.

Bei zu hohen Dosen in Langzeiteinnahme kann es zur Stammfettsucht kommen (v.a. am Bauch) und zur Bildung eines sog. Stiernackens (bulliger Nacken) kommen. Aufgrund der „abbauenden“ (katabolen) Wirkung führt Cortison dann ebenfalls zu Muskelschwund und Wachstumsstörungen bei Kindern.

 

Zu Risiken und Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage, oder tragen Sie Ihren Arzt zum Apotheker. Diese Information ersetzt keinen Arztbesuch und erhebt keinen Anspruch auf  Richtigkeit oder/und Vollständigkeit.

Orthopaedix

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Autor: Orthopaedix

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2 Kommentare zu “Arzneimittel der Woche VIII: Cortison

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