Arzt an Bord

Zu Risiken und Nebenwirkungen…..

Eure Fragen – unsere Antworten. Heute: Verhütung nach der Geburt

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Erfreulicherweise hat uns wieder eine schöne Frage von euch erreicht. S. möchte gerne wissen:

„Wie sieht das eigentlich mit der Kontrazeption nach der Geburt aus? Gabs da nicht was, dass eine sofortige Schwangerschaft ausgeschlossen ist? Und wenn nicht, zu welcher Verhütung rät man den Paaren?“

Diese Frage höre ich sehr oft bei den Entlassgesprächen auf der Wochenstation. Die Antwort ist: „Es kommt darauf an.“ 😉

1. Die ersten 6-8 Wochen
In dieser Zeit läuft der Wochenfluss. Deshalb empfehlen wir als Verhütungsmethode nur Kondome, schon rein aus hygienischen Gesichtspunkten. Außerdem greifen sie nicht in den Hormonstoffwechsel ein, der sich nach der Geburt erst einmal wieder regulieren muss. Ein Diaphragma (als andere Barrieremethode) ist in dieser Zeit eine schlechte Alternative. Häufig muss es nach einer Geburt neu angepasst werden. Bis sie sich die Scheide jedoch wieder vollständig zurückgebildet hat, vergehen meist mehrere Monate.

2. Die nicht stillende Frau
Nach der Geburt dauert es etwa 4 bis 6 Wochen bis zum ersten Eisprung. Ab diesem Moment ist die Frau wieder fruchtbar. Bis der Zyklus sich jedoch wieder gut eingependelt hat, können einige Monate vergehen. Natürliche Verhütungsmethoden (Temperatur, Kalender) sind deshalb erst einmal sehr unsicher. Ansonsten gibt es für nicht stillende Frauen jedoch keine Einschränkungen. Natürlich bietet es sich an, wieder auf die gleiche Methode, wie vor der Schwangerschaft zurückzugreifen, wenn diese gut vertragen wurde.

3. Die stillende Frau
Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass das Stillen vor einer erneuten Schwangerschaft schützt. Tatsächlich wird auch durch das Saugen des Kindes das Hormon Prolaktin ins mütterliche Blut freigesetzt, das den Eisprung unterdrückt. Um das mit Sicherheit zu garantieren, ist jedoch ein konstant hoher Prolaktin-Spiegel nötig, der sich schon bei leicht unregelmäßigen Stillzeiten nie sicher erreichen lässt. Also: Stillen schützt nicht sicher vor einer Schwangerschaft!
Die wichtigste Erwägung in der Stillzeit betrifft die Hormondosis des Verhütungsmittels. Bei zu hohen Hormonkonzentrationen im mütterlichen Blut gelangen diese auch in die Muttermilch. Östrogene unterdrücken zudem die Milchbildung. Die normale Pille ist deshalb keine gute Wahl. Die Minipille oder implantierte Verhütungsstäbchen enthalten zwar nur Gestagene; die Minipille erfordert jedoch sehr exakte Einnahmezeiten und die Stäbchen geben sehr hohe Hormondosen ab. Für eine hormonelle Verhütung in der Stillzeit wäre die beste Wahl entweder eine Hormonspirale oder eine Depotspritze, die beide ausreichend kleine Mengen an Gestagenen abgeben, um die Milch nicht zu beeinflussen.
Noch besser sind natürlich „hormonfreie“ Verhütungsmittel. Deshalb empfehlen wir hauptsächlich Barrieremethoden (s. auch oben) oder eine normale Spirale (Intrauterinpessar). Letztere lässt sich erst 6-8 Wochen nach der Geburt einsetzten, wenn der Wochenfluss versiegt und die Gebärmutter wieder auf ihre normale Größe zurückgebildet ist. Sie hat jedoch den Vorteil, dass sie für 5 Jahre eine sichere Verhütung bietet.

4. Zusammengefasst

Natürlich Barriere Spirale Pille Minipille Stäbchen Depot Hormonspirale
Nicht-Stillend + + + + + + +
Stillend + + (+) + +

Ich hoffe das Thema ist damit verständlich und vollständig erklärt. Wir freuen uns über alle weiteren Fragen, die uns als Kommentare zu den Artikeln, per Twitter oder über das Kontaktformular zuflattern.

– Spekulantin

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Autor: Spekulantin

Die kochen alle nur mit Wasser

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