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Zu Risiken und Nebenwirkungen…..

Arzneimittel der Woche II: Metformin

4 Kommentare

Metformin
Biocos, Diabesin, Diabetase, Glucophage, Met, …

Anwendungsgebiet

Metformin wird zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ II (sog. „Alterszucker“) eingesetzt (diese Erkrankung wird unsere Krankheit der Woche, zum Wochenende also mehr Details dazu). Es ist besonders geeignet bei bestehendem Übergewicht (Adipositas).

Wirkung & Mechanismus

Metformin senkt den Blutzuckerspiegel des Blutes. Die genauen Wirkmechanismen sind bis heute ungeklärt. Vermutet werden folgende Wirkungsmechanismen:

Metformin hemmt einerseits die Bildung von Glucose in der Leber.  Es wirkt an den Leberzellen und hemmt dort die Atmungskette. Dadurch wird weniger ATP gebildet (Energiewährung und -lieferant der Zellen). Der Zuckerabbau ohne Sauerstoffbeteiligung (anaerobe Glykolyse) in den Zellen der Leber wird aktiviert. Darüber hinaus wird die Abgabe von Zucker (Glucose) aus den Leberzellen in den Kreislauf vermindert.

Andererseits bewirkt Metformin an den Muskelzellen die vermehrte Aufnahme von Zucker aus dem Blut und somit dessen Senkung.

Diskutiert wird, ob Metformin auch die Aufnahme von Zucker aus dem Darm hemmt.

Im Verlauf der Therapie kann es zu einer Gewichtsreduktion kommen (was bei fettleibigen Patienten ein gewünschter Nebeneffekt ist). Außerdem belegen Studien die Risikoreduktion einiger Krebsarten.

Nebenwirkungen

Zu Beginn der Behandlung kann es zu gastrointenstinalen Nebenwirkungen wie Blähungen, Durchfall und Erbrechen kommen. Bei Nichtbeachtung der Gegenanzeigen kann es zur akuten Übersäuerung des Körpers kommen (Laktatazidose).

Die Gefahr der Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Einnahme von Metformin besteht nicht (im Gegensatz zur Therapie mit Insulin u.a.).

Gegenanzeigen

Metformin sollte nicht bei Diabetes mellitus Typ I eingenommen werden (absoluter Insulinmangel). Absolute Kontraindikationen sind außerdem eine diabetische Ketoazidose („Übersäuerung“) und das diabetische Koma.

Metformin darf nicht gegeben werden bei Leber- oder Niereninsuffizienz, Alkoholismus, Herzinsuffizienz, akuter Herzinfarkt sowie Lungenerkrankungen (z.B. COPD) (da hierbei die Gefahr der Übersäuerung steigt). Bei bestehender Schwangerschaft ist Metformin nicht zugelassen (und darf somit nicht gegeben werden). Vor einer Operation oder einer Untersuchung mit Kontrastmitteln sollte Metformin 24 – 48 Stunden vor dem Eingriff/Untersuchung aufgrund der Gefahr der Übersäuerung (Laktatazidose) pausiert werden.

Zu Risiken und Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage, oder tragen Sie Ihren Arzt zum Apotheker. Diese Information ersetzt keinen Arztbesuch und erhebt keinen Anspruch auf  Richtigkeit oder/und Vollständigkeit.

– Orthopaedix

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Autor: Orthopaedix

bones and pain

4 Kommentare zu “Arzneimittel der Woche II: Metformin

  1. Hier kann man ja wirklich mal noch etwas dazulernen. Sehr schön, weiter so!

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  3. Pingback: Arzneimittel der Woche VII: Phenprocoumon « Arzt an Bord

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